Waschtag: Tipps fürs ökologische Waschen

Wäsche waschen ist zum Glück kein Tagesprogramm mehr. Noch Anfang der 60er Jahre mussten die Frauen einen ganzen Tag damit verbringen die Wäsche zu waschen. Das war harte Arbeit, mit Wurzelbürste und Waschbrett, die einmal wöchentlich getan werden musste. Heute ist das alles zum Glück Vergangenheit. Denn wir haben eine praktische Hilfe, nämlich die Waschmaschine, die unsere Arbeit im Nu erledigt. Aber nur wenige achten dabei auch auf die Umwelt, den Energieverbrauch und das richtige Waschmittel. Zudem kommt, dass man bei dem vielfältigen Angebot an Waschmitteln leicht die Übersicht verliert. Da Hauswirtschafter*innen ökologisch und ökonomisch wirtschaften, haben wir auch hier ein paar Tipps für euch, die ihr vielleicht noch nicht kennt und ganz hilfreich sind.

Wäsche waschen - nur mit dem richtigen Waschmittel!

Es gibt für jede Wäsche ein spezielles Waschmittel, wie eines für schwarze Wäsche, ein flüssiges für Feinwäsche, ein Waschmittel für Sportkleidung, eines für Wolle und noch mehr. Aber ist das wirklich nötig? Im Grunde benötigt man nur drei Waschmittel oder ein Baukastensystem zum selbst mischen. Wenn euch das Baukastensystem nicht zusagt, solltet ihr darauf achten, dass ihr kompakte Voll- und Buntwaschmittel benutzt, sie sind hochkonzentriert und kommen mit wenig Pulver pro Waschladung aus.

  • Kompakt-Vollwaschmittel enthalten Bleichmittel und optische Aufheller, sie sind deshalb für weiße Wäsche, für einen Temperaturbereich von 30°bis 95° geeignet.
  • Kompakt-Buntwaschmittel haben sogenannte „Farbübertragungshemmer“ und enthalten keine Bleichmittel, deshalb sind sie für bunte Wäsche von 20° bis 60° ausgelegt.
  • Feinwaschmittel enthalten keine Bleichmittel, optische Aufheller und keine Enzyme. Sie sind deshalb schonend zu Wollfasern und Seide, Spitze oder Kunstfasern. Die Waschtemperatur für Feinwäsche sollte nicht mehr als 40° betragen.
  • Baukastensysteme bestehen im Gegensatz zu herkömmlichen Waschmitteln, die als Fertigmischungen angeboten werden, aus einzelnen Bausteinen. Sie bieten Basis-Waschmittel, Wasserenthärter und Bleichmittel jeweils getrennt an. Die einzelnen Bausteine des Baukastens werden je nach Verschmutzungsgrad der Wäsche, der örtlichen Wasserhärte und eventuell vorhandenen hartnäckigen Flecken dosiert. Somit kann garantiert werden, dass alle Komponenten unabhängig voneinander nur im wirklich notwendigen Maße eingesetzt werden.
  • Jumbo-Packungen sind nicht empfehlenswert. Sie enthalten zwar viel Waschpulver, doch die Waschwirkung ist geringer als bei Kompakt-Waschpulver. Es muss deshalb hoch dosiert werden, um die gewünschte Waschwirkung zu erhalten. Sie enthalten bis zu 30 Prozent Füllstoffe. Das sind zum größten Teil Salze, die allerdings beim Waschen keinen Effekt erzielen, sondern unsere Gewässer zusätzlich belasten. Sie sorgen vor allem für ein größeres Packungsvolumen. Es lohnt sich also den Preis mit den angegebenen Waschladungen zu vergleichen.
  • Flüssigwaschmittel sind beliebt, weil sie keine weißen Rückstände auf der Wäsche hinterlassen. Das liegt daran, dass sie weder Bleichmittel noch Wasserenthärter enthalten. Dafür enthalten sie Konservierungsstoffe, um den Inhalt haltbar zu machen. Für die Wasserenthärtung kommen Tenside zum Einsatz, die allerdings für die Waschwirkung nicht effektiv sind und zudem unsere Gewässer belasten.

Alternative Waschmittel

  • Waschnüsse: geben eine seifige Lauge ab, sobald sie mit Wasser in Berührung kommen. Sie stammen vom Waschnussbaum, der vor allem in Asien wächst. Waschnüsse werden sowohl als ganze Nüsse als auch in Pulverform, als gebrauchsfertige, halbierte Schalen oder als anwendungsfertige Produkte wie Flüssigwaschmittel gehandelt. Waschnüsse können bei heißen und niedrigen Temperaturen genutzt werden. Sie eignen sich für Bunt- und Kochwäsche (30 bis 90 °C), Baumwolle, Wolle und Seide. Für einen angenehmen Duft können ein paar Tropfen ätherischer Öle zur Waschladung hinzugegeben werden.

 

  • DIY-Waschmittel: Auf unzähligen Blogs und YouTube-Kanälen könnt ihr unterschiedliche Rezepte zur Waschmittelherstellung finden. Die Vorschläge reichen von Waschmittel aus Rosskastanien und Efeu bis hin zur Herstellung von Flüssigwaschmittel mithilfe von Waschsoda, Kernseife und Wasser.

Die richtige Temperatur

In der Regel enthält jedes Wäschestück ein Etikett mit Symbolen, das die maximale Waschtemperatur anzeigt. Unterschreiten ist erlaubt, zum Beispiel wenn die Wäsche nur gering verschmutzt ist. Die meisten Wäschestücke, wie T-Shirts, Blusen, Socken, Röcke und Hosen werden mit einer Temperatur zwischen 30° bis 40° sauber.

Bettwäsche, Handtücher oder andere Textilien aus Baumwolle und Leinen, können zwar mit 95° gewaschen werden, aber das ist nicht mehr nötig. Da die heutigen Waschmittel besser wirken als früher, reicht hier eine Temperatur von 60°. Die meisten Keime werden damit abgetötet und die im Vollwaschmittel enthaltenen Bleichmittel wirken zusätzlich desinfizierend.

Weitere ökologische Aspekte:

Der Energieverbrauch einer Waschmaschine und die daraus resultierende CO2-Entwicklung sind vor allem von der Wahl der Waschtemperatur abhängig. Das Aufheizen des Wassers benötigt den höchsten Energiebedarf des gesamten Waschvorgangs. Niedrige Waschtemperaturen verbrauchen daher wesentlich weniger Strom für den Waschvorgang und produzieren folglich auch weniger CO2.

Weichspüler solltet ihr möglichst nicht oder nur sparsam einsetzen, da es sich hierbei um einen zusätzlichen Einsatz von Chemikalien in die Umwelt handelt. Zudem enthalten sie Duftstoffe die Allergien auslösen können. Sportbekleidung sollte generell ohne Weichspüler gewaschen werden, da diese ihre speziellen Eigenschaften, wie beispielsweise das Absorbieren von Schweiß dadurch einbüßen. 

Vorwäsche lässt sich in der Regel nur mit Waschprogrammen für Weiß- und Buntwäsche kombinieren. Aber auch da ist es nur in seltenen Fällen nötig und Energieverschwendung. Nur bei sehr verschmutzter Wäsche oder hartnäckigen Flecken ist es sinnvoll die Wäsche mit dem Vorwaschprogramm zu reinigen.

Alleskönner Tipp:
Ein bis zweimal im Monat solltet ihr eine 60° Wäsche mit einem Vollwaschmittel waschen, damit werden alle Bakterien in der Waschmaschine abgetötet und unangenehme Gerüche beseitigt.

Pflegesymbole:
Auf jedem Wäschestück befinden sich hilfreiche Pflegesymbole, die manchmal nicht ganz eindeutig sind. Wir haben sie für euch in folgender Grafik zusammengefasst:

Wir hoffen, dass wir euch mit unseren Tipps einen kleinen ökologischen Wegweiser zum Wäschewaschen geben konnten. Vielleicht bekommt ihr auch Lust selbst eines herzustellen.

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Quellen: