Urban Gardening – So startest du!

Du willst dein eigenes Gartenprojekt starten? Kein Problem! Wir haben dir hier ein paar einfache Schritte zusammengestellt, die dir dabei helfen können, deinen eigenen urbanen Garten anzulegen. Dafür musst du keine langjährige Erfahrung mit Gärten und Pflanzen haben. Auch als Anfänger kannst du mit ein bisschen Planung zum erfolgreichen Hobbygärtner werden.

Schon interessiert? Dann lies hier weiter, wie du am besten anfängst.

Schritt 1: Planung

Für einen urbanen Garten bei dir Zuhause brauchst du nicht unbedingt eine riesengroße Fläche. Bevor du mit dem Gärtnern anfängst, macht es Sinn, dir einen konkreten Plan für dein Gartenprojekt zu erstellen, der dir hilft, einen Überblick zu behalten und die richtigen Materialien zu besorgen. Zum Beispiel in Form einer Liste, Mindmap oder auch einfach einer Skizze, kannst du für dich selber festhalten, wie dein Gartenprojekt aussehen soll. Dabei helfen dir diese Fragen als Orientierung:

  • Wie viel Platz habe ich zur Verfügung und wo will ich mein Gartenprojekt anlegen?
    Beispiel: Garten, Terrasse, Balkon, Fensterbrett
  • Was will ich anbauen?
    Beispiel: Blumen/Zimmerpflanzen, Kräuter, Gemüse, Obst
  • Wie viel Budget habe ich zur Verfügung?

  • Welche Materialien habe ich schon Zuhause, die ich für mein Projekt verwenden kann und welche muss ich noch besorgen?

  • Wie viel Zeit kann ich in der Woche für mein Gartenprojekt aufbringen?
    Pflegeleichte Pflanzen, wie z.B. Grünlilie, Elefantenfuß oder Palmfarn, benötigen weniger Zeit in der Pflege. Andere Pflanzen, wie die Gardenien, sind sehr anspruchsvoll in der Pflege und erfordern einen höheren Zeitaufwand.
  • Wer kann mir eventuell bei der Umsetzung helfen?

  • Was schaffe ich alleine?

Wichtig für Anfänger ist es, vorab die Kosten zu berechnen! Mache dir also eine Liste mit den Materialien, die du wirklich brauchst und überlege, wie hoch dafür dein Budget sein soll. So gibst du nur so viel Geld aus, wie du auch zur Verfügung hast.

Tipp: Erkundige dich bei Bekannten und Freunden, ob sie gebrauchte Gartentools (zum Beispiel Spaten und Gießkanne) haben, die du für dein Projekt ausleihen kannst.

Wenn du nicht viel Zeit für dein Gartenprojekt hast, ist es hilfreich einen Zeitplan zu erstellen. Zu Beginn wirst du wahrscheinlich etwas mehr Zeit benötigen, da die Pflanzen anfangs noch sehr empfindlich sein können. Sie müssen sich an ihre neue Umgebung erstmal gewöhnen und wortwörtlich Wurzeln schlagen. Wenn du erst einmal den Dreh raus hast reichen, je nach Größe des Gartenprojekts, auch ein bis zwei Stunden in der Woche für die Pflanzenpflege aus.

Mit einem konkreten Plan im Kopf und auf Papier kannst du dir jetzt eine Einkaufsliste für den Baumarkt machen. Das ist wichtig, denn sonst wirst du eventuell von den Unmengen an Möglichkeiten vor Ort erschlagen und weißt gar nicht so recht, was genau du eigentlich brauchst. Bei einem kleineren Gartenprojekt reichen im Grunde diese Gartentools für den Start: Handschuhe, Spaten, Harke und Gießkanne.

Informiere dich auch über die verschiedenen Sorten von Erde, Samen und Setzkästen, und welche du für deinen Garten benötigst, damit du am Ende nicht mit einem Einkaufskorb voller Fehlkäufe nach Hause gehst.

Achte bei Gartentools, wie Spaten, Handschuhen und Co., vor allem auf Funktionalität. Frage dich immer: Brauche ich das? Als Beispiel: Wenn du „nur“ ein kleines Beet mit Kräutern am Fensterbrett planst, brauchst du dir beispielsweise um einen 20m Gartenschlauch keine Gedanken zu machen.

Tipp: Bei manchen Tools lohnt es sich ein bisschen mehr zu investieren und dafür von einer langen Haltbarkeit zu profitieren. Beispielsweise können dich gute Gartenhandschuhe vor Verletzungen schützen, wenn du vor hast schwerere Gartenarbeit zu verrichten. Bei anderen Dingen kannst du auch gerne mal den Sparfuchs heraushängen lassen. Vielleicht findest du ja bei dir alte Gegenstände, die du als Gartentools umfunktionieren bzw. upcyclen kannst.

Alleskönner-Tipp: Keine Gießkanne zur Hand? Brauchst du auch nicht, benutz einfach eine alte Blumenvase zum gießen deiner Topfpflanzen.

Wichtiger Hinweis für Haustierhalter: Achte bei deiner Planung darauf, dass deine Haustiere nicht die Möglichkeit haben von alleine an die Pflanzen bzw. das Gemüse zu kommen, denn einige davon können für die geliebten Vierbeiner giftig sein!

Schritt 2: Vorbereitung und Materialien

Wenn du deinen Plan erstellt hast, ist es nun an der Zeit, loszulegen. Als erstes musst du den Platz, an dem dein Garten angelegt werden soll, gründlich vorbereiten. Vergewissere dich, dass der ausgesuchte Platz die richtigen Bedingungen für deine Pflanzen erfüllt: Benötigst du eher einen schattigen, halbschattigen oder sonnigen Platz für die Pflanzen, die du setzen möchtest? Wähle die Stelle dementsprechend aus.

  • Im Garten:
    Entferne Unkraut und Geäst vom Boden und markiere dir mithilfe von Pfählen oder Brettern wie dein Beet angelegt werden soll. Plane dabei auch Wege ein und denk daran, dass du an alle Stellen im Beet herankommen solltest, ohne dabei über andere Pflanzen klettern zu müssen. Deine Pflanzen müssen von Zeit zu Zeit gewässert werden, daher wäre eine Wasserquelle (Gartenschlauch) in der Nähe sehr nützlich, um mehrfaches Wasser schleppen zu vermeiden.
  • Terrasse:
    Eine Terrasse lässt sich mit Pflanzen im Handumdrehen in eine grüne Oase verwandeln. Als Beete eigenen sich dafür zum Beispiel Kübel/Blumentöpfe, selbst gebaute oder gekaufte Beete aus Holz, Blumenkästen oder auch Hochbeete. Für welche dieser Ideen du dich entscheidest, ist abhängig von den Pflanzen, die du anlegen möchtest, und von dem Platz, der dir zur Verfügung steht. Eventuell ist auch eine Kombination aus verschiedenen Beeten am besten für deine Terrasse geeignet.

    Tipp: Ein alter, bzw. nicht mehr benutzter, Sandkasten eignet sich wunderbar für ein Gemüsebeet.

  • Balkon:
    Eine platzsparende Alternative zu einem „klassischen“ Beet am Boden sind vertikale Beete. Dabei wird der Platz an Wänden, Zäunen und Geländern optimal genutzt und in die Höhe gepflanzt. Diese Methode eignet sich daher wunderbar für deinen Balkon. Vertikale Beete gibt es in den meisten Gartenmärkten zu kaufen, lassen sich aber mit ein bisschen Kreativität auch selbst erstellen, zum Beispiel aus alten Paletten, die umgebaut werden. Als einfacher Start von einem vertikalen Beet eignen sich preiswerte Hängetöpfe, die auf verschiedene Höhen angebracht werden und somit wie eine Wand auch als grüner Sichtschutz dienen können.
  • Fensterbank:
    Auch auf der Fensterbank, kannst du kleinere Pflanzen, so wie Blumen oder Kräuter, ideal züchten und setzen. Achte hierbei vor allem darauf, dass dein Beet am Fensterbrett gut gesichert ist, wenn du es außen anbringen willst, damit es nicht versehentlich noch auf der Straße landet. Miss vorher die Größe genau ab und versichere dich im Baumarkt, dass du einen geeigneten Kasten für dein Fenster besorgst.

    Auch bei deiner Fensterbank-Pflanze solltest du vorher sicher gehen, dass die Bedürfnisse deiner Pflanzen erfüllt werden: sonnig, schattig, halbschattig.

  • Schulgarten:
    Gibt es in deinem Schulhof ein Stückchen freie Erde, aus der man eigentlich einen hübschen Garten machen könnte? Dann frag ein*en Lehrer*in deines Vertrauens, ob die Möglichkeit besteht in der Schule ein Gartenprojekt zu starten. Ein Schulgarten ist wunderbar geeignet für ein Klassenprojekt oder als eine AG, die außerhalb der Unterrichtszeit stattfindet. Vielleicht habt ihr sogar ein Fach, in das sich ein spannendes Gartenprojekt einbetten lässt (beispielsweise WAT). Besprich deine Ideen dazu mit einigen Mitschüler*innen, vielleicht findest du andere, die Lust haben mitzumachen. Über die Schülersprecher*in kannst du sogar noch mehr Leute über deinen Klassenkreis hinweg erreichen. In die Zukunft gedacht könnte man den angelegten Schulgarten mit einer Schülerfirma zusammentun, bei der zum Beispiel das geerntete Gemüse verarbeitet und verkauft werden kann. Ein Schulgarten ist für dich eine wertvolle Erfahrung und stärkt den Schulgeist.

Hier noch ein paar typische Fehler, die du vermeiden solltest:

Böse Nachbarn: Manche Pflanzen mögen einander einfach nicht. Das ist etwas, was du unbedingt vor dem Einpflanzen beachten musst. Sie ziehen sich gegenseitig die Nährstoffe aus dem Boden und sollten daher mit ausreichend Abstand zueinander eingepflanzt werden. Meistens sind es Pflanzen aus derselben Gattung (Nachtschattengewächs; Kreuzblütler; Lauchgewächse etc.), die sich nicht miteinander vertragen. Pflanzen aus verschiedenen Gruppen hingegen können ohne Bedenken zusammen in ein Beet gesetzt werden.

Bei der Urlaubsplanung die Pflanzen vergessen: Vor allem in der Anfangsphase können die grünen Mitbewohner noch recht empfindlich sein, da sie sich noch nicht an die neue Umgebung gewöhnen konnten. Wenn du also planst für eine längere Zeit weg zu fahren, sorg dafür, dass deine Pflanzen gut versorgt sind. Vielleicht hast du ein paar hilfreiche Nachbarn oder Freunde, die alle paar Tage nach deinen Lieblingen sehen können. Wenn du nur für ein paar wenige Tage nicht da sein wirst kannst du auch unseren DIY-Tipp für eine clevere Pflanzenbewässerung ausprobieren: Hier gelangst du zum Video.

Du musst dir aber nicht gleich den Kopf zerbrechen, wenn du deine Pflanzen auch mal alleine lässt. Informiere dich einfach vorher wie oft und wie regelmäßig deine Pflanzen gepflegt werden müssen, damit du den nächsten Urlaub ganz in Ruhe genießen kannst. 

Jetzt weißt du, wie du dein kleines, urbanes Gartenprojekt am besten planst. Bleib dran für den nächsten Teil, in dem wir erklären was du bei der Anpflanzung beachten solltest!

Und wenn dir das jetzt alles zu viel war, dann plane am Anfang einfach etwas kleiner: pflanz ein paar Blumen im Balkonkasten oder leg dir einen Kräutergarten in der Küche an. Egal, für was du dich entscheidest, selbst mit dem kleinsten Garten tust du der Umwelt etwas Gutes!

Quellen: