Urban Gardening – Die Zukunft im eigenen Hinterhof

Auf der Dachterrasse, im Hinterhof oder in der Fußgängerzone: Urban Gardening erfreut sich unter den Berlinern einer immer größeren Beliebtheit und ist für viele schon Teil des Alltags geworden. In ganz Berlin werden Pflanzen gesät, gehegt und geerntet und verwandeln selbst den kleinsten Balkon in eine grüne Oase. Die urbane Gartenkultur boomt und trägt dabei einen wichtigen Beitrag zum Wohlbefinden und Umweltschutz bei.

Was ist Urban Gardening

Urban Gardening bezeichnet die kleinräumige gärtnerische Nutzung von (oft zuvor vernachlässigten) Flächen. Oder anders gesagt: Urban Gardening ist Gärtnern auf kleinem Raum. Dazu gehört auch das sogenannte gemeinschaftliche Gärtnern.

Entstanden ist Urban Gardening (dt. „urbaner Gartenbau“) vermutlich in New York der 70er Jahre. Damals haben Aktivisten mit dem sogenannten Guerilla Gardening (Guerilla = span. für ‚Kleinkrieg‘) gegen die Vernachlässigung von Stadtteilen protestiert, indem sie (illegal) so viele leerstehende Flächen wie möglich mit Pflanzen begrünten. Im Prinzip geht es hierbei darum, das Stadtgrün in einer Großstadt wie Berlin zu schützen und zu erweitern.

Was ist Stadtgrün?

Zum Stadtgrün zählen alle grünen Freiräume und begrünten Gebäude. Das heißt unter anderem auch Parkanlagen, Spielplätze, Straßenbäume, Grünflächen und Waldflächen. Aber auch private Gärten sowie Bauwerksgrün (Grün an Fassaden und auf Dächern) und Innenraumbegrünung, also Balkon- und Zimmerpflanzen, zählen zum Stadtgrün dazu. Somit leistet jeder von uns bereits mit einer kleinen Zimmerpflanze oder einem Balkonbeet einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Erweiterung des wichtigen Stadtgrüns.

Wozu brauchen wir Stadtgrün?

In einer Großstadt wie Berlin ist ein umfassendes Stadtgrün wichtiger denn je. Mit Autos, Bussen und Bahnen die tagtäglich in einem großen Umfang durch die Stadt verkehren, belasten wir immer stärker das Klima und die Luft. Auch Tiere und der Mensch selbst sind betroffen. Eine aktive Begrünung des Stadtraums hilft gegen diese Belastung.

Die vielen verschiedenen Bäume und Pflanzen unterstützen uns dabei die Luft reinzuhalten und das Klima zu stabilisieren. Zudem fördert eine gesunde Stadtflora das Wohlbefinden der Menschen.

Für die verschiedenen Tier- und Pflanzenarten bietet das satte Stadtgrün zudem einen wichtigen Lebensraum. Vor allem bedrohte Tierarten, wie zum Beispiel die Stadtbiene können sich durch geschaffene Lebensräume in kleinen Gärten regenerieren und sind dort geschützt.

Wieso sollten wir uns mit dem Thema beschäftigen?

Die Antwort liegt hier bereits auf der Hand: Wenn nicht wir, wer dann? In einer Gemeinschaft, sei es die eigene Familie, die Schule die man besucht oder die Stadt, in der man lebt, trägt jeder Einzelne ein Stück Verantwortung für sein Umfeld. Verantwortung dafür, dass ein Miteinander als solches überhaupt möglich ist. Das zeigt sich in den verschiedenen Regeln und Normen, die wir alle befolgen sollten – wie beispielsweise den Müll nicht auf der Straße liegen zu lassen.

Was kann ich tun?

Um vom „einfachen Regeln befolgen“ zum „aktiven Einsatz für die Umwelt“ zu kommen braucht es oft nur eins: den ersten Schritt!  Mit einem kleinen Gartenprojekt mitten im Stadtraum kann jeder sein Engagement zeigen und einen Beitrag für eine gesunde Umwelt leisten. Dabei ist es nicht notwendig viel Geld, Platz oder Zeit zu investieren. Mit ein paar einfachen Utensilien und guter Planung lässt sich auch ein einfacher Balkon oder ein schlichtes Fensterbrett in einen urbanen Mini-Garten verwandeln.

Urbaner Gartenbau ist auch ein kreatives Projekt mit Schulklassen. Viele Schulgelände haben ungenutzte Flächen, die Schüler*innen auch mit geringem Budget und ein viel Engagement in einen wunderschönen Schulgarten verwandeln können. Das stärkt nicht nur das Gemeinschaftsgefühl unter den Schülern, sondern ist auch noch eine praktische Lernerfahrung, die jedem in der Zukunft nützlich sein kann.

Quellen: