Unsere Ernährung im Jahr 2030: Ein Blick in die Zukunft

In den letzten zehn Jahren hat sich zum Thema „Ernährung“ innerhalb unserer Gesellschaft viel getan. Dabei fallen gerne Wörter wie: nachhaltig, ausgewogen, vegetarisch und vegan. Wir als Projektteam von Hauswirtschaft… immer wieder neu! sind natürlich stets daran interessiert, bei dieser Entwicklung auf dem neusten Stand zu sein. Im Rahmen unserer Recherchen sind wir auf die Nestlé-Zukunftsstudie gestoßen, von der wir euch hier berichten möchten.

Sie zeigt auf, wie die Ernährung der deutschen Gesellschaft im Jahr 2030 aussehen könnte. Spannend? Finden wir auch. Uns hat dabei am meisten das Szenario fasziniert, was für die Teilnehmer*innen der Studie am wahrscheinlichsten ist. Wir geben euch hier einen Einblick in dieses Szenario und einen Trend der sich bereits jetzt schon zeigt und damit eine gar nicht so abwegige Zukunft darstellt.

Gesundheitsorientierte Ernährung auch mit neuen Lebensmitteln

Die Tendenz zu einem bewussten Essen weg von einer Ernährung, wo sich mit dieser thematisch überhaupt nicht auseinandergesetzt wird, ist schon heute sichtbar und könnte sich auch in den nächsten zehn Jahren immer stärker zeigen. Im Mittelpunkt stünde hierbei eine gesundheitsbewusste Gesellschaft, welche vorwiegend lokale, saisonale und biologische Lebensmittel zu sich nimmt. Diese Entwicklung ist im Kleinen bereits jetzt schon zu beobachten. Selbst industriell gefertigte Nahrung könnte qualitativ hochwertiger werden und somit gesünder für Verbraucher*innen.

Ebenfalls werden voraussichtlich noch stärker neue Lebensmittel die Küche erobern. Wie zum Beispiel Algen, die aus der Algenzucht geerntet werden können. Dabei sind Algen nicht nur aufgrund ihres hohen Mineralstoffgehaltes gesund, sondern auch für unser Klima von großer Bedeutung, denn sie wirken dem Treibhauseffekt entgegen. Sie entziehen der Atmosphäre Kohlenstoffdioxid und binden sie in organische Materie, wobei dreimal mehr CO2 gebunden wird als bei Nutzpflanzen.

„Think globally, act locally“

Der Leitspruch „Think globally, act locally“ ist maßgeblich für das Szenario, was die meisten Teilnehmer*innen der Nestlé-Studie für wahrscheinlich halten. Das heißt, dass sich wahrscheinlich zukünftig eine ressourcenschonende Ernährung in einer werteorientierten Gesellschaft etablieren könnte. Daheim wird nicht mehr nur gekocht, sondern auch gezüchtet, wiederverwendet und verwertet. Vor allem Nachhaltigkeit sowie Umweltschutz bleiben wichtige Aspekte, welchem hohe Priorität beigemessen werden. Schon heute ist der eigene ökologische Fußabdruck ein wichtiges Thema. Zum Beispiel der Verzicht von Plastiktüten im Einzelhandel und Plastikstrohhalmen in gastronomischen Betrieben. Um hier noch eine optimalere Energiebilanz zu erlangen, könnte es zu einer weiteren Verpackungsrevolution im Verpackungsbereich kommen. Die Abfüllung bzw. direkte Zustellung personalisierte Mengen von Lebensmitteln könnte somit umso mehr den Verpackungsaufwand in diesem Bereich auf ein Minimum reduzieren. Im stationären Handel könnten viele Umverpackungen verschwinden und durch offene und hygienische Vorrichtungen ersetzt werden. Ressourcenschonender und wirtschaftlich vernünftiger könnten sich mehr Quartiersgärten sogenannte Gemeinschaftsgärten und lokale Wertschöpfungsnetzwerke von Bauern, Händlern und Verbrauchen durchsetzen sowie sich das Prinzip der Selbstversorgung für immer mehr Menschen als attraktive Alternative etablieren.

Technologischer Fortschritt

Bis 2030 wird sich eine immer stärkere Säule der Lebensmittelindustrie durchsetzen. Künstlich hergestelltes Fleisch und weitere Nahrung aus dem Labor könnten sich als ressourcenschonende und attraktive Alternative durchsetzen.

Intelligente Küchen, welche Nutzer*innen in ihren Ernährungsvorlieben sowie bei der Umsetzung eines effizienten ökologischen Fußabdrucks unterstützen, könnten in den Haushalten immer häufiger zu finden sein. Smarte Geräte und vernetzte Apps helfen effizient und intelligent bei Planung und Einkauf. Rezepte werden vorgeschlagen und Einkaufszettel auf Ernährungsvorlieben und den ökologischen Fußabdruck ihrer Nutzer*innen angepasst. Kameras, auf die man von unterwegs zugreifen kann und einen Einblick über Smartphone in die Kühlschränke ermöglichen und Alarmfunktionen, die auf bald verderbende Produkte in der Küche aufmerksam machen, tragen zur Müll- und Ressourceneinsparung bei. Zudem könnte es in den Küchen auf kleinem Raum die Möglichkeit geben, mit eigenen Wachstumsfächern oder vertikalen Gärten Kräuter, Gemüse oder sogar Algen zu züchten.

Und wer kennt sie mittlerweile nicht, Apps die uns Food Waste wie z.B. die App „Too Good to go“ ersparen. Solche Initiativen und Online-Plattformen könnte es auch immer häufiger geben. Sie informieren darüber, welche verfügbaren Lebensmittel aus dem Handel kurz davorstehen, nicht mehr frisch zu sein, und somit ökologisch und günstig erworben werden können. Auch die vermehrte Nutzung von Flatrates für Grundnahrungsmittel wie bei den Lieferketten „HelloFresh“, „Marley Spoon“ oder „Foodist“ könnten bis 2030 verstärkt genutzt werden.  

Ob sich diese Technologie durchsetzt, ist für uns besonders spannend:

Habt ihr schon einmal was von 3D-Druckern gehört? Wenn nicht dann jetzt. Sie bezeichnen Maschinen, welche dreidimensionale Werkstücke aus unterschiedlichen flüssigen oder festen Materialien herstellen. Diese werden zum Beispiel bereits zur Herstellung von Dentalprodukten wie Aufbissschienen oder in der Möbelindustrie zur Anfertigung von Möbelstücken genutzt. In Zukunft ist es aber auch denkbar, dass wir 3D-Drucker in unseren Küchen zur Herstellung von Speisen zu stehen haben. Dabei würden mithilfe des 3D-Druckers aus Grundstoffen verschiedene Snacks und Mahlzeiten entstehen. Das hört sich futuristisch an. Finden wir auch. Die Zeit wird es zeigen.

Wir hoffen, ihr fandet unseren kleinen Einblick in das Jahr 2030 spannend. Hinterlasst uns gerne einen Kommentar auf unseren Social-Media-Kanälen (Instagram oder Facebook) und teilt uns mit, welche Entwicklung ihr besonders befürwortet. Wir freuen uns über eure Rückmeldung.

Quellen: