Ungewöhnliche Ausflugstipps in Berlin und Brandenburg

Die Berliner sind ja bekannt dafür, dass sie am liebsten in ihrem eigenen Bezirk was unternehmen. Die Folge: Die nahen Orte sind schon lange bekannt und die entfernteren Bezirke bleiben unentdeckt.

Wir haben ein paar Tipps für Berlin und das Brandenburger Umland für euch, die ihr vielleicht noch nicht kennt und ausprobieren solltet: Sie sind spannend, erholsam, geeignet für Sonnenschein, aber auch für die regnerischen Tage. Lasst euch überraschen!

Ausflugstipps in Berlin

Südgelände:
Wenn ihr euch gerne in naturbelassenen Landschaften aufhaltet und nebenbei noch interessante Relikte aus der Vergangenheit und Kunstobjekte entdecken wollt, dann seid ihr hier richtig.

Der Natur-Park Südgelände ist ein 18 Hektar großer Park auf einem ehemaligen Bahngelände, im Berliner Ortsteil Schöneberg. Nachdem der Bahnbetrieb des damaligen Rangierbahnhofs Tempelhof 1952 eingestellt wurde, holte sich die Natur Stück für Stück ihr Terrain zurück. Heute verbindet der Park Kunst, Natur und Technik zu einem harmonischen Ensemble.

Eine 4000 Quadratmeter große ehemalige Lok-Halle, ein alter Wasserturm, eine Dampflokomotive, grasumwucherte Schienentrassen und eine Zugdrehscheibe könnt ihr auf dem Weg durch das Gelände erkunden. Auf den verwunschenen Pfaden und bewaldeten Wegen, die teilweise auf Gitterrosten zu begehen sind, entdeckt ihr ständig kleine Überraschungen. Beispielsweiße ein Stahlrohr, durch das der Weg geht, ein Aussichtsturm, den man besteigen kann, verschiedene Kunstwerke, die in die Natur eingebettet wurden, oder ein paar grasende Schafe.

Auf Bänken in kleinen Nischen könnt ihr euch eine Pause gönnen. Wenn ihr hungrig und durstig seid bietet ein idyllisch gelegenes Café in der ehemaligen Brückenmeisterei, außer Kaffee & Kuchen auch kleine Mahlzeiten an. Damit nicht genug: Auch für Kultur wird gesorgt. Mit einem vielseitigen Programm finden regelmäßig Veranstaltungen auf einer Freilichtbühne statt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Park gut erreichbar und der Eintritt kostet gerade mal einen Euro. Mehr Infos findet ihr hier.

Unterwelten:
Sollte das Wetter regnerisch und der Aufenthalt im Freien ungemütlich sein, haben wir einen heißen Tipp für euch. Die Tour durch die „Berliner Unterwelten“ sind eine spannende Reise in vergangene Zeiten. Ihr erhaltet dort Einblicke sowohl in Bunkeranlagen aus der Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs als auch in die Berliner Geschichte des Kalten Kriegs. 

Der Verein „Berliner Unterwelten“, der seit 1997 besteht, erforscht und dokumentiert seitdem die geschichtlichen Zusammenhänge des Berliner Untergrundes.
Authentisch und geschichtsträchtig zeigen abenteuerliche Rundgänge zu unterschiedlichen Themenkreisen, unterirdische Ruinenlandschaften, Atom- und Luftschutzbunker, Fluchttunnels und Schutzräume für Mütter und Kinder.

Die Führungen durch das unterirdische Labyrinth werden durch Zeitzeugenberichte, bewegende Fotodokumentationen und Hinterlassenschaften aus den jeweiligen Zeitabschnitten begleitet. Wenn euch das nicht reicht, dann könnt ihr noch unter dem Bahnhof Gesundbrunnen, die Dauerausstellung „Mythos Germania – Vision und Verbrechen“, im „Berliner Unterwelten-Museum“, besichtigen. Hier könnt ihr eigenständig die vielschichtigen Themen der multimedialen Ausstellung ergründen.
Rundgänge zu den verschiedenen Schwerpunkten werden ganzjährig angeboten. Besonders empfehlenswert sind folgende Führungen: die Bunkeranlage am Gesundbrunnen, der Fluchttunnel zwischen Ost- und Westberlin, Reste der Flaktürme im Humboldthain und die Brauerei in Neukölln.

Wegen der derzeitigen, Covid-19-bedingten Öffnungs- und Schließzeiten erkundigt euch bitte auf der Website des Vereins.

Ausflugstipps in Brandenburg

Baumkronenpfad in Beelitz Heilstätten:
Spannend und erholsam gleichermaßen ist ein Ausflug zu den Beelitzer Heilstätten.
Diese wurde vor über 100 Jahren im brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark gebaut und dienten zur Erholung und Genesung von Lungenkranken. In den beiden Weltkriegen wurden die Heilstätten als Lazarett genutzt, danach wurde das Gelände von der Roten Armee übernommen.

Obwohl nach dem Abzug der Sowjetarmee ein großer Teil der Anlage dem Vandalismus und dem Verfall zum Opfer fiel, sind bis heute noch fast alle Gebäude erhalten. Zum Teil wurden sie saniert, zum Teil sind sie nur noch als Ruinen, die meist vom Wildwuchs überwuchert sind, zu sehen. Mittlerweile ist das einstige Vorzeige-Sanatorium ein ganz besonderes Ausflugsziel.

Mit seinem Baumkronenpfad, der erst 2015 eröffnet wurde, erstreckt sich der breite Holzsteg in einer Höhe von etwa 17 bis 23 m auf 320 Metern durch ein Wald-Park-Gelände. Der Pfad führt vorbei an den Gebäuderuinen des sogenannten Alpenhauses, der damaligen Frauenheilstätte. Das Alpenhaus bietet euch spannende Einblicke in längst vergangene Zeiten. Auf dem Dach der Ruine wächst seit 70 Jahren ein Wald und bietet Unterschlupf für viele Tiere. Auf einem 40 Meter hohen Aussichtsturm mit seinen fünf großen Aussichtsplattformen könnt ihr bei günstigem Wetter über dem Fläming und bis nach Berlin sehen. Das Areal könnt ihr selbst erkunden. Die Besichtigung der Gebäude ist, aufgrund ihres baufälligen Zustands, nur mit einer Führung möglich.

Für euer leibliches Wohl ist auch gesorgt. Kaffee und Kuchen, Erfrischungsgetränke oder Flammkuchen werden dort von verschiedenen Lokalitäten angeboten. Die Öffnungszeiten und Eintrittspreise findet ihr hier.

Potsdamer Volksplatz:
Wer Abwechslung braucht, aktiv sein will und faulenzen, der sollte in den Norden der Stadt Potsdam fahren. Dort befindet sich der Volkspark Potsdam, im Bornstedter Feld. Diejenigen, die sich vom Alltagsstress erholen wollen können hier einfach nur Chillen und Gucken, denn dieser Park ist von Frühling bis Herbst ein blühender Garten. Ihr könnt aber auch ganz viel Neues ausprobieren, wie beispielweise in eine von drei original, kirgisischen Jurten gehen und euch von magischen Märchen, bei Tee aus dem Samowar, verzaubern lassen.

Wer die Zirkuswelt liebt, geht zum Zeltpunkt Montelino, ein offener Treff für Kinder und Jugendliche. Hier könnt ihr Zirkusdisziplinen ausprobieren, eure Kreativität beim Nähen, Basteln und Bauen erproben oder einfach neue Kontakte knüpfen. Hier ist jeder willkommen und keiner muss sich beweisen.

Im nördlichen Bereich des Volksparks Potsdam gibt es einen Disc-Golf-Parcours mit 14 Bahnen. Wie beim herkömmlichen Golfen muss eine Frisbee-Scheibe mit möglichst wenigen Würfen in einen Korb gezielt werden. Oder wie wäre es mit einer Runde Minigolf oder Pit-Pat? Pit-Pat ist eine Kombination aus Minigolf und Billard in Hüfthöhe. Vielleicht habt ihr aber auch spontan Lust auf eine Runde Tischtennis. Ohne Schläger und Ball? Keine Sorge, am Eingang bekommt ihr für eine kleine Gebühr alles, was ihr benötigt. Sogar Picknickdecken und Bollerwagen sind im Angebot.

Für Verpflegung ist natürlich auch gesorgt. Der Goldstrand Mini-Club lockt mit frischem Flammkuchen und leckeren Burgern. Aber auch Eis und fruchtige Cocktails könnt ihr euch zu Gemüte führen. Im Café am Wasserspielplatz bekommt ihr hausgebackenen Kuchen, dazu hervorragenden Kaffee und wer schon zeitig in den Park möchte kann dort lecker frühstücken.

Außerdem gibt es noch Kinderflohmärkte, Open Air Gottesdienste, Kräuterführungen und Grill-Events. Wenn ihr mehr erfahren wollt dann schaut doch mal auf der Website vorbei.

Quellen:

Natur-Park Südgelände:
https://gruen-berlin.de/natur-park-suedgelaende (Aufgerufen am 28.07.2020)

Berliner Unterwelten:
https://www.berliner-unterwelten.de/ (Aufgerufen am 21.07.2020)

Berliner Unterwelten- Museum:
https://www.visitberlin.de/de/berliner-unterwelten-museum (Aufgerufen am 21.07.2020)

Baumkronenpfad Beelitz-Heilstätten:
https://de.wikipedia.org/wiki/Baumkronenpfad_Beelitz-Heilstätten

Baum und Zeit:
https://baumundzeit.de/

Volkspark Potsdam:
https://www.volkspark-potsdam.de/ (Aufgerufen am 28.07.2020)