Selbstmanagement: Tipps für die nächste Lernphase!

Die Schule hat wieder angefangen – Sowohl für die Schüler*innen der weiterführenden Schulen als auch für die Auszubildenden an den Berufsschulen. Das heißt, endlich wieder jeden Tag die Freunde sehen, aber es stehen eben auch die nächsten Klausuren und Prüfungen vor der Tür. Dann kommen schon wieder Berge von Materialien zum Auswendiglernen, Zeitdruck und Stress. Muss das sein? Nein!

Um das Lernen weniger nervig und dafür sehr effektiv und zeitsparend zu gestalten, kannst du dein persönliches Selbstmanagement trainieren und dir Methoden aneignen, die dir helfen können deine Aufgaben und Ziele sinnvoll zu formulieren, zu strukturieren und effektiv zu bearbeiten.

Was ist eigentlich Selbstmanagement?

Viele denken als erstes an Aufgaben aus dem Beruf und wie man diese am besten organisiert. Das ist per se nicht falsch, trotzdem ist Selbstmanagement sogar noch viel mehr als das. Sein ganzes Leben zu organisieren, gleicht einer Philosophie. Beim Selbstmanagement geht es darum, die täglichen Aufgaben mit der zur Verfügung stehenden Zeit sinnvoll und realistisch zu planen und umzusetzen. Dabei gibt es unzählige verschiedene Methoden und Möglichkeiten. Zwei hilfreiche Methoden, die dir sicher durch die nächste Lernphase helfen, stellen wir dir nun vor.

Ziele/Aufgaben formulieren mit der SMART-Methode

Mit der SMART-Methode kannst du deine Aufgaben genau formulieren und diese somit leichter nacheinander erledigen, um dein formuliertes Ziel zu erreichen.

Hier ein Beispiel für eine ungenau formulierte Aufgabe: „Im Fach XY muss ich für die Prüfung besser werden“. Das klingt beim ersten Mal gar nicht schlecht. Aber jetzt kommen Fragen auf, wie: Was heißt „verbessern“? Was muss an dem bisherigen „besser“ werden? Bis wann will ich das Ziel erreichen? Was muss ich tun, um dieses Ziel zu erreichen? Woran erkenne ich, dass ich das Ziel erreicht habe? Welche Schritte liegen zwischen jetzt und dem Erreichen des Ziels?

Wie du merkst, ist ein ungenau formuliertes Ziel nicht sehr hilfreich, wenn es an die Umsetzung geht. Deshalb empfiehlt es sich die Ziele (oder auch Aufgaben) von vornherein so zu formulieren, dass genau klar wird was erreicht werden soll, wie es erreicht werden soll und bis wann das Ziel erreicht werden soll.

Die folgenden fünf Punkte helfen dir deine Aufgaben/Ziele SMART zu machen:

SPEZIFISCH:

Deine Ziele/Aufgaben sollten konkret und präzise formuliert werden. Verzichte auch auf Verallgemeinerungen und Unklarheiten, wie im obigen Beispiel „besser“.

Beispiel: Anstatt „Besser werden“ -> „Im Fach XY möchte ich die Themen A, B und C wiederholen und vertiefen.“

ACHTUNG:
„Wiederholen und vertiefen“ könnte an dieser Stelle wieder zu schwammig sein. Es hängt allerdings sehr stark davon ab, wie deine übliche Lernstrategie ist. Hier sind einige Ideen, wie du hier noch mehr ins Detail gehen kannst:

  • Erstelle dir ein Skript: entweder ganz ausführlich mit allen Inhalten und vertiefender Literatur oder eher kurz und knapp mit den wichtigsten Inhalten für einen Überblick.
  • Nimm für dich selber eine Audiodatei auf, in der du die Inhalte durchgehst und sie dir erklärst. Diese Audiodatei kannst du dir auf langen Wegen zur Schule oder Arbeit anhören.
  • Mache viele Übungsaufgaben (sofern das möglich ist) und simuliere damit deine Prüfungssituation.

MESSBAR:

Die Aufgabe sollte so formuliert sein, dass sich das Erreichen (objektiv) messen lässt.

Beispiel: „Um meinen Lernerfolg zu messen, lasse ich mich von einer anderen Person abfragen.“

ALLESKÖNNER-TIPP: Eine gute Methode, um zu überprüfen, ob du das Gelernte wirklich verstanden und verinnerlicht hast, ist es einer anderen Person das Thema zu erklären und zwar in eigenen Worten. Wenn die andere Person alles verstanden hat, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass du das Thema selbst auch verstanden hast.

ATTRAKTIV:

Formuliere deine Aufgaben so, dass sie für dich attraktiv sind. Das bedeutet, du musst motiviert sein und auf die Aufgabe Lust haben. Auch wenn das Lernen manchmal nervig sein kann, ist es doch notwendig und wir kommen nicht darum herum. Eine Möglichkeit die Aufgabe attraktiver zu gestalten, ist, sich eine Belohnung nach der Aufgabe zu gönnen.

Tipps für Belohnungsmöglichkeiten: Eine Pause an der frischen Luft, ein Kapitel vom Lieblingsbuch lesen, Musik hören, Power-Napp und nicht zuletzt eine gute Note für das viele Lernen kassieren.  

REALISTISCH:

Die Aufgabe muss realistisch formuliert, sondern auch mit der zur Verfügung stehenden Zeit erreichbar sein.

Beispiel: „Pro Thema werde ich vermutlich 2-3 Stunden benötigen, daher plane ich mindestens zwei Tage für die Bearbeitung ein.“

ALLESKÖNNER-TIPP: Mehr als 6 Stunden pro Tag solltest du dir zum Lernen nicht einplanen! Die Konzentration und die Aufmerksamkeit werden nach dieser Zeit stark absinken und das Lernen wird eher qualvoll als effektiv sein.

Terminiert:

Lege dir einen konkreten Termin fest, bis zu dem das Ziel erreicht werden soll.

Beispiel: „Bis zum kommenden Dienstag in zwei Tagen, habe ich die Themen A, B und C wiederholt, vertieft und es einer anderen Person in eigenen Worten verständlich erklärt“

Aufgaben durchführen mit der Pomodoro-Methode:

Die Aufgaben zu formulieren ist eine Sache, sie tatsächlich zu erledigen eine andere. Eine hilfreiche Methode, um die Aufgaben effektiv zu erledigen, ist die Pomodoro-Methode. Die Methode beruht auf regelmäßigen Pausen. Klingt erstmal komisch. Aber gemeint ist, dass man sich seine Zeit in Abschnitte einteilt, in denen man arbeitet bzw. lernt und dann Abschnitte, in denen man eine Pause einlegt. Durch diese „gezwungenen“ Pausen soll die Konzentration nicht so schnell verloren gehen und es dient als eine kleine Motivation um effektiv und ohne Ablenkung zu arbeiten/lernen.

So funktioniert die Methode:

  1. Lege dir fest, welche Aufgabe du von deiner Liste als erstes erledigen wirst.
  2. Stelle dir einen Timer auf 25 Minuten. In diesem Zeitraum arbeitest du konzentriert an der Aufgabe, ohne dich zum Beispiel von deinem Smartphone oder ähnlichem ablenken zu lassen!
  3. Nachdem die 25 Minuten abgelaufen sind, pausierst du deine Arbeit für 5 Minuten (Timer auf 5 Minuten stellen). In diesen 5 Minuten kannst du machen, was du möchtest. Wir empfehlen dir dabei trotzdem auf das Smartphone zu verzichten. Gönne dir stattdessen ein bisschen Bewegung und frische Luft oder ein erfrischendes Getränk.
  4. Nach der 5-minütigen-Pause stellst du dir wieder einen Timer für 25 Minuten in denen du effektiv arbeitest!
  5. Nach vier „Runden“ (also nach ca. zwei Stunden) machst du eine Pause von 30 Minuten!

Übrigens: Die Pomodoro-Methode (ital. Pomodoro = Tomate) heißt so, weil der Entwickler Francesco Cirillo in den 1980er bei den ersten Versuchen dieser Methode für die Berechnung der Zeit eine Küchenuhr in Tomatenform verwendet hat.

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Tipps für die erfolgreiche Umsetzung der Pomodoro-Methode:

  • Halte dich an den Timer! Wenn er klingelt legst du den Stift nieder und machst deine Pause! Das hilft dir dabei dich an den Rhythmus zu gewöhnen. Halte dich auch an die 5-Minuten-Pause. So hast du zwar eine Erholung zwischen dem Arbeiten, verlierst dabei aber deine Konzentration nicht. Machst du länger Pause, geht die Konzentration eventuell verloren.
  • Markiere dir, in welcher Runde du dich befindest.
    Wenn du die Vorlage ausgedruckt hast, lege einen kleinen Gegenstand auf die Spalte in der du dich befindest.
  • Hier findest du einen Link zu einem Timer nach der Pomodoro-Methode auf Youtube.
  • Hier findest du einen Online-Timer.

Haben dir unsere Tipps gefallen? Welche Lernstrategien kannst du weiterempfehlen? Lass es uns wissen, indem du unseren Post zu diesem Beitrag kommentierst!

Quellen:

Karrierebibel. (2020).
Abgerufen am 03.09.2020: https://karrierebibel.de/selbstmanagement/

Karrierebibel. (2020). Pomodoro Technik: Produktiver arbeiten in Intervallen.
Abgerufen am 03.09.2020: https://karrierebibel.de/pomodoro-technik/