Richtig lüften im Winter – so geht’s!

Wir alle wissen, dass Lüften sein muss. Das ist im Sommer gar kein Problem. Doch wenn es langsam immer kälter wird, möchte man es gemütlich und warm haben. Viele Menschen denken, dass Lüften einmal am Tag, in der Regel morgens nach dem Schlafen, reicht. Das ist leider falsch. Dabei ist es gerade jetzt, in Zeiten der Pandemie besonders wichtig. Doch wie lüftet man richtig? Wie oft und wie lange muss man lüften? Und wie lüftet man am effektivsten und zugleich energiesparendsten? Diese Fragen beantworten wir euch, damit ihr gesund bleibt und auch nicht auf eure kuschelige Atmosphäre verzichten müsst.

Warum regelmäßig lüften?

Meistens öffnen wir erst die Fenster, wenn das Lüften schon lange überfällig ist. Oft erst dann, wenn wir das Gefühl haben, dass die Luft in unseren Räumen schlecht ist. Diese schlechte Luft liegt an der Luftfeuchtigkeit und dem geringen Luftaustausch. Je mehr Menschen sich in einem Raum befinden, desto größer ist der CO2 Gehalt in der Luft und gleichzeitig sinkt der Sauerstoffgehalt. Mit dem Ausatmen steigt auch der Feuchtigkeitsanteil in der Luft, ebenso verdunstet beim Kochen, Wischen und Duschen viel Wasser, was zu einem enormen Feuchtigkeitsanstieg führt. Wenn dann kein Luftaustausch durch das Öffnen der Fenster erfolgt, werden wir müde und fühlen uns unwohl. Zudem fördert die hohe Luftfeuchtigkeit die Schimmelpilzbildung.

Wie sollte gelüftet werden?

Kurz, aber effektiv sollte im Herbst und Winter gelüftet werden, damit die Räume nicht unnötig auskühlen. Viele Menschen denken, dass es reicht ein Fenster zu kippen und dafür etwas länger zu lüften. Doch durch die schmale Öffnung kommt es nur zu einem geringen Luftaustausch und zur Abkühlung der Wände. Das wiederum führt dazu, dass die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung auf die kalten Wände trifft und Kondenswasser erzeugt. Man erkennt, dass auch an den beschlagenen Fenstern.

Nur mit Stoßlüften durch das weit geöffnete Fenster wird effektiv gelüftet. Noch besser ist Querlüften, das bedeutet Durchzug herzustellen, indem mehrere Fenster geöffnet werden. Dabei kann die angestaute Luftfeuchtigkeit nach draußen entweichen und die trockenere Außenluft dringt in den Raum. Durch diesen Luftaustausch steigt auch der Sauerstoffgehalt und der CO2Anteil verringert sich.

Wie oft und wie lange soll gelüftet werden?

Um einen kompletten Raum mit Frischluft zu versorgen, sollte fünf bis zehn Minuten gelüftet werden. Die Häufigkeit hängt jeweils von den Räumen ab, in denen man sich aufhält, und der Anzahl der darin befindlichen Personen.

Zu Hause:
Im Schlafzimmer bildet sich in der Nacht durch die Atemluft und Körperausdünstung viel Feuchtigkeit, hier ist es sinnvoll gleich nach dem Aufstehen zu lüften. Für einen guten Schlaf sorgt vor dem Schlafengehen nochmal Frischluftzufuhr.

Das Wohnzimmer ist üblicherweise das Zimmer, in dem man sich am meisten aufhält. Dort ist mehrmaliges Lüften täglich sinnvoll, spätestens wenn Sie müde werden und die Luft sich stickig anfühlt ist es höchste Zeit für einen Luftaustausch.

In Küche und Bad wird am meisten Feuchtigkeit produziert. Nach dem Duschen, Baden oder Kochen muss ausgiebig gelüftet werden, damit der Dampf und Kochdunst völlig abziehen kann.

Für diejenigen, die das noch perfektionieren möchten, empfehlen wir ein Klimamessgerät. Das sind multifunktionale Geräte zur Überprüfung des Raumklimas. Sie zeigen die Zimmertemperatur, die Luftfeuchtigkeit und den CO2 Gehalt an. Sie melden optisch und akustisch, wann gelüftet und das Fenster wieder geschlossen werden sollte. Manche Geräte kommunizieren über Funk mit Heizung und reduzieren die Wärme bei geöffnetem Fenster. Es gibt sie schon ab 50,00 € und sie sind einfach in der Handhabung.

In der Schule:
In Klassenzimmern mit vielen anwesenden Personen ist es besonders wichtig, regelmäßig zu lüften. Die Luft ist schnell verbraucht, Müdigkeit stellt sich ein und die Konzentration sinkt. Während in der warmen Jahreszeit ganz selbstverständlich die Fenster geöffnet werden, bleiben sie in der kalten Jahreszeit eher geschlossen, da keine kalte Luft reingelassen werden soll. Doch gerade dann ist es wichtig regelmäßig zu lüften, da die Erkältungsrate im Herbst und Winter steigt, vor allem jetzt, in den Zeiten der Pandemie. Das Ansteckungsrisiko mit dem Coronavirus erfolgt nicht nur über Tröpfchen, sondern auch über Aerosole in der Raumluft. Es gibt offizielle Vorgaben, von den Kultusministern und dem Bundesumweltamt, zum richtigen Lüften in Klassenzimmern. Darin sollten alle 20 Minuten für 3-5 Minuten die Fenster weit geöffnet werden. Im Winter reicht diese kurze Zeit, denn je größer die Temperaturdifferenz von innen und außen ist, desto effektiver ist auch das Lüften. Zusätzlich soll während der gesamten Pausenzeit gelüftet werden.

Im Büro und in der Werkstatt:
In Büros und Werkstätten ist die Frischluftzufuhr abhängig von der Größe des Raumes, der Anzahl der Personen und der Art der Tätigkeit. Zum Beispiel wird bei einer Tätigkeit, die körperlichen Einsatz erfordert, mehr Sauerstoff verbraucht als bei einer meist sitzenden Arbeit am PC. Ratsam ist es direkt vor Arbeitsbeginn erstmal durchzulüften, denn außer den Mitarbeitern befinden sich meistens noch Drucker und Faxgeräte im Raum, die durch Emission ebenfalls Sauerstoff verbrauchen. Mehrmals am Tag, sollte durch kurzes Stoßlüften für den nötigen Luftaustausch gesorgt werden. Befinden sich mehrere Fenster im Zimmer, ist es ratsam alle zu öffnen, dadurch verkürzt man den Lüftungsvorgang.

Fazit ist, dass frische Luft auch im Winter, nicht nur Ansteckungen vorbeugt, sondern zu einem gesunden Raumklima führt und damit zum allgemeinen Wohlbefinden beiträgt.

Quellen: