Osterfeiertage mit Tierwohl-Eiern!

Das Tierwohl ist neben der Nachhaltigkeit eines der wichtigsten Themen unserer Zeit und bestimmt damit zunehmend den Arbeitsalltag in der Hauswirtschaft. Passend zur Osterzeit möchten wir uns dementsprechend dem wohl bedeutendsten Lebensmittel der Osterfeiertage widmen: Den Hühnereiern, die gerade in vielen Nestern zu finden sind.

Um bei der Züchtung von Legehennen dem Tierwohl gerecht zu werden, gibt es mittlerweile viele wichtige und interessante Entwicklungen, sowohl in der Züchtung wie auch in der Haltung. Einer Maßnahme wollen wir uns heute besonders widmen, da sie ein unschönes Schicksal für viele männliche Küken verhindert. Die Rede ist vom Seleggt-Verfahren. Doch bevor wir euch dieses Verfahren vorstellen, erzählen wir euch mehr über die Hintergründe.  

Hintergrund: Ei ist nicht gleich Ei

Früher fehlten bei der Züchtung von Legehennen ein Verfahren, um das Geschlecht von Bruteiern zu bestimmen und somit vorab festzustellen, ob vorzugsweise ein weibliches Küken und damit eine potentielle Legehenne aus dem Ei schlüpfen wird. Somit konnte erst nach dem Schlüpfen der Küken festgestellt werden, ob es sich um ein weibliches oder männliches Nachkommen handelte. Schlüpfte ein männliches Küken, war dieses aufgrund des Geschlechts als Legehenne ungeeignet. Es wurde getötet und zur Verfütterung an andere Tiere bereitgestellt. Um die vermehrte Tötung männlicher Küken einzudämmen, sah man die Notwendigkeit Verfahren zu erproben, die die Geschlechtsbestimmung bei Eiern ermöglichen sollte. Jedoch gab es lange Zeit keine marktreife Methode. Mit dem Seleggt-Verfahren ist damit hoffentlich bald Schluss. Verwendet wird dieses Verfahren bereits bei Eiern die den Stempel bzw. den Verpackungsaufdruck RespEGGt, HERZBUBE und Spitz & Bube tragen. Dazu aber später mehr.

Das Seleggt-Verfahren

Die Entwicklung des Seleggt-Verfahrens, welches seit März 2018 in Einsatz ist, verdanken wir dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sowie dem Unternehmen SELEGGT. Dieses auf einer endokrinologischen Geschlechtsbestimmung basierende Verfahren kann als Durchbruch gesehen werden. Es werden die Hormone im Ei ermittelt und untersucht, ob es sich um ein männliches oder weibliches Brutei handelt.

Dabei wird am 9. Tag des Brutprozesses dem Brutei ein kleiner Tropfen Flüssigkeit entnommen. Das geht ohne das Innere des Bruteis zu berühren. Der entnommene Tropfen wird anschließend außerhalb des Bruteis auf einen patentierten Marker gegeben. Die darauffolgende Farbänderung des Markers gibt an, ob es sich bei dem getesteten Ei um ein männliches oder weibliches Brutei handelt. Die weiblichen Bruteier werden ausgebrütet und die männlichen Eier für hochwertiges Tierfuttermittel genutzt oder ausgebrütet und auch bewusst aufgezogen.

RespEGGt-Eier, Herzbube-Eier und Spitz & Bube Eier im Lebensmittelhandel

„Herzbube“ ist die Eigenmarke von Penny. Bei dieser werden nach der Geschlechterbestimmung der Eier die männlichen Eier ausgebrütet und aufgezogen. Dasselbe gilt ebenfalls für die Eigenmarke „Spitz & Bube“ von Rewe. RespEGGt-Eier unterliegen ebenfalls dem Seleggt-Verfahren und gibt es sowohl bei Penny wie auch bei Rewe zu kaufen. Der Discounter Penny hat sich für dieses Jahr zum Ziel gesetzt, Voraussetzungen zu schaffen, um ausschließlich Eier anzubieten, bei deren Produktion keine männlichen Küken getötet werden müssen. Das ist sehr zu begrüßen und wird hoffentlich zukünftig auch in allen anderen Lebensmittelmärkten und Discountern angestrebt.

Also achtet bei eurem Eierkauf mal auf die beschriebenen Stempel bzw. Verpackungsaufdrucke. Es wird sich zeigen, ob wir diese nun vermehrt in unserem Lebensmittelhandel finden werden.

Quellen