Nützlinge – Fantastische Kleintiere und wie sie im Garten helfen

Sind wir mal ehrlich: Gartenarbeit kann manchmal ganz schön anstrengend sein! Da wünscht man sich wirklich ein paar mehr helfende Hände, die einem das Buddeln und Pflegen abnehmen würden, oder? Wie gut, dass es dafür kleine Nützlinge gibt, die nicht nur fleißig gärtnern, sondern auch für einen natürlichen Pflanzenschutz sorgen.

Wir stellen dir hier einige von den unzähligen Nützlingen vor, die du vielleicht in deinem Garten antriffst und erklären dir, warum du sie mit guten Gewissen in Ruhe ihre Arbeit machen lassen kannst.

Bestäubung

Honigbienen: Alleine der Anblick der kleinen fliegenden Biene löst bei den Menschen die unterschiedlichsten Reaktionen aus: Manche rennen weg, andere wedeln sie lässig mit der Hand beiseite und wieder andere erstarren in der Hoffnung, sie lässt einen bloß in Ruhe. Wir können euch beruhigen: Bienen stechen höchstens zu, wenn sie sich bedroht fühlen (anders als bei Wespen, die ihren Stachel zum Jagen verwenden). Wenn du also in deinem Garten Bienen entdeckst, kannst du dich echt glücklich schätzen. Bienen sind nämlich für das Überleben von vielen Blumen und Pflanzenarten unverzichtbar. Beim Sammeln von Nektar bleibt der Pollen an der Biene haften und wird bei der nächsten Pflanze übertragen, somit bestäuben die Bienen die Blüten und der Fortbestand der Pflanze ist gesichert.

Hummeln: Auch die pelzigeren Verwandten der Honigbienen sind für das Bestäuben von Blüten zuständig. Es gibt sogar Pflanzen, die nur von Hummeln bestäubt werden können, da nur sie mit ihrem langen Rüssel an langröhrige Blütenkelche gelangen. Die wetterfestere Hummel fliegt auch bei niedrigen Temperaturen ab ca. 8°C aus (Bienen brauchen eine Lufttemperatur von mindestens 13°C um auf die Futtersuche zu gehen) und steuert dabei bis zu viertausend Blüten an. Somit bestäubt die Hummel auch Frühblüher, wenn es für andere Flieger noch zu kalt ist. Auch ein verregneter Sommertag hindert die fleißige Hummel nicht an der Futtersuche – anders als die Honigbiene, die bei Regen einen Unterschlupf aufsuchen muss.

Wenn Hummeln allerdings keine Blüten finden, in denen sie ihre Nahrung finden, wird deren Zuckergehalt zu niedrig und sie können schwächebedingt sterben. Dem kann jeder von uns ganz einfach entgegenwirken, indem man den Hummeln Zuckerwasser (Zucker und Wasser gemischt) zur Verfügung stellt (ganz flache Schale oder direkt auf den Boden/Fensterbank spritzen), an dem die Hummel sich nähren und stärken kann. Wenn du die Hummeln bei dir willkommen heißen möchtest, eignen sich am besten die Salweide und Krokusse als Nahrungsquelle.

Schmetterlinge: Sie sehen wundervoll elegant aus und sind für den Garten genauso nützlich wie die Hummeln und Bienen. Unter den vielen Arten der Schmetterlinge haben sich manche von ihnen auf die Bestäubung von bestimmten Pflanzenarten spezialisiert. Diese Pflanzen sind damit von den jeweiligen Faltern abhängig, denn ohne sie werden sie nicht bestäubt und können im nächsten Jahr nicht blühen.

Schwebfliegen: Die Schwebfliege wird oft mit der Honigbiene verwechselt, da sie sich sehr ähnlichsehen. Was die beiden Flieger außerdem noch gemeinsam haben ist die Bestäubung von Blüten. Auch die Schwebfliege trägt einen wesentlichen Beitrag zur Erhaltung der Pflanzen bei. Hinzu kommt, dass die Larven der Schwebfliege als Nahrungsquelle Blatt- und Blutläuse verspeist, somit ist die Schwebfliege auch ein natürlicher Schutz vor Schädlingen, die die Blätter fressen.

Natürliche Schädlingsbekämpfung

Die Schlupfwespen haben einen äußerst ausgeprägten Geruchssinn und können damit die Larven von Schädlingen, wie zum Beispiel Motten oder Blattläuse, aufspüren. Die Schlupfwespe selbst ist ein Parasit der parasitiert, das heißt, sie legt ihre Eier in den Larven anderer Insekten ab. Die geschlüpften Schlupfwespen ernähren sich dann von innen heraus von den Larven, in denen sie angesiedelt wurden und töten somit ihren Wirt bzw. den Schädling.

Marienkäfer: Sie gelten fast überall als echte Glücksbringer. Der 7-Punkt-Marienkäfer, den es hierzulande zu finden gibt, wird dir in deinem Garten tatsächlich sehr viel Glück bringen, denn dieser frisst Schädlinge wie Schildläuse, Wanzen, Spinnmilben, Blattläuse und deren Larven. Zu den Lieblingspflanzen des Marienkäfers gehören unter anderen die Ringelblume, Fenchel, Minze, Garten-Hibiskus und der Löwenzahn.

Spitzmäuse: Auf den ersten Anblick erschrecken sich die meisten Menschen vor den kleinen Tierchen, wenn sie flink um die Ecke flitzen. Die Spitzmäuse sind allerdings sehr wichtige Nützlinge für den Garten, da auch sie unerwünschte Schädlinge, wie Schnecken, Läuse und Milben, fressen. Anders als die Wühlmaus frisst die Spitzmaus keine Wurzeln oder Blumenzwiebeln und sind daher keine Ernteräuber. Am wohlsten fühlen sich die kleinen Helfer in der Nähe von einem Kompost, Laubhaufen, Hecken und Wiesen. Ein weiteres Plus: Die Spitzmaus sorgt rund um den Kompost herum stets für Ordnung, da sie sich auch von den Speiseresten ernährt.

Bodenaufbereiter

Regenwürmer: Für ein gutes Pflanzenwachstum ist ein lockerer, nährstoffreicher und gut durchlüfteter Boden eine wichtige Voraussetzung. Mit der Hand ist das oft eine mühsame und anstrenge Arbeit. Wie gut, dass es Regenwürmer gibt, die einem diese Arbeit abnehmen können. Durch das ständige Graben von Gängen unter der Erde, lockern sie den Boden mühelos auf. Außerdem ziehen sie abgestorbene Pflanzenreste mit unter die Erde, um sie dort in Ruhe fressen zu können. Aus dem Kot der Regenwürmer entsteht der beste Bio-Dünger, den man sich für seinen Garten nur wünschen kann. Vorsicht beim Graben: Mit einem Spaten oder einer großen Schaufel kann man Regenwürmer leicht verletzen!

Asseln: Tagsüber lassen sie sich kaum blicken und verstecken sich meist unter Steinplatten oder Holzstämmen. Asseln gehen erst nachts auf Futtersuche und fressen am liebsten abgestorbene Pflanzenreste. Der Kot der Asseln sorgt für eine natürliche Humusbildung, eine sehr nährstoffreiche Art von Erde, die für ein gesundes Pflanzenwachstum unverzichtbar ist. Um einen gesunden Boden und die darin lebenden Nützlinge zu schützen und zu erhalten, solltest du unbedingt chemische Pflanzenschutzmittel vermeiden, da sie die natürliche Balance zerstören und langfristig weder für die Natur, noch für uns Menschen gesund sind.

Maulwürfe: Sie haben einen schlechten Ruf und werden leider oft als Schädlinge bezeichnet. Zu Unrecht, denn der kleine Wühler ist alles andere als schädlich für einen Garten! Wer in seinem Garten Maulwürfe vorfindet, kann sich sogar darüber freuen, denn das bedeutet, dass der Boden gesund und volle Nützlinge ist. Der Maulwurf ernährt sich von Schädlingen wie Schnecken, Schnakenlarven und Engerlingen.
Gut zu wissen: Der Maulwurf ist inzwischen per Gesetz geschützt worden, es ist also verboten ihn auch nur zu stören (und erst recht ihn zu töten), und das ist auch gut so!

Wie du deinen Nützlingen helfen kannst:

  • Sorge für eine Wasserquelle: Ein kleiner Teich ohne Fische mit vielen Pflanzen eignet sich wunderbar als eine Wasserquelle für deine Nützlinge. Bei einer künstlich angelegten Trinkmöglichkeit (zum Beispiel eine Tränke oder ein flaches Becken) muss beachtet werden, dass ihr sie regelmäßig (im Sommer sogar täglich!) reinigt, um zu verhindern, dass sich gefährliche Bakterien bilden, die zu Infektionen bei den Nützlingen führen!
  • Verzichte auf schädliche Substanzen: Für einen gepflegten Naturgarten brauchst du keine aggressiven chemischen Substanzen! Schädlingsbekämpfung kann auf ganz natürliche und schonende Weise passieren und auch Düngen macht sich mit naturbelassenen Stoffen wie Humus und Komposterde, viel besser und nachhaltiger. Chemische Substanzen (zum Beispiel bei der Schädlingsbekämpfung) bringen das empfindliche Gleichgewicht durcheinander und schädigen deinen natürlichen Bio-Helfern UND deinen geliebten Pflanzen. Im Prinzip bezahlst du hiermit nur viel Geld dafür, dass du deine harte Arbeit wieder kaputt machst. Vertrau einfach auf die Natur und dein Garten wird ganz ohne aggressive Chemikalien wunderschön erblühen und gedeihen. Solltest du dennoch ein Problem mit Schädlingen haben (z.B. Fraß-Problem) erkundige dich in einem Fachgeschäft über die verschiedenen Möglichkeiten einer natürlichen Schädlingsbekämpfung, die speziell auf deinen Fall ausgerichtet ist.
  • Vorsicht bei der Gartenpflege: Wenn du Hecken stutzen oder Laub entfernen möchtest, sei stets vorsichtig, dass du nicht versehentlich Tiere, die in deinem Garten leben, verletzt. Verwende keine Laubsauger, um Laub zu entfernen, da du Kleintiere wie Igel und Spitzmäuse mit einsaugen und verletzen könntest. Besser: Harke das Laub zu einem oder mehreren Laubhaufen und lasse die Laubhaufen über den Winter als Nistmöglichkeit in deinem Garten.
  • Schaffe Nistmöglichkeiten: Locker aufgeschichtetes Holz; Laubhaufen oder künstliche Nistmöglichkeiten für Tiere, damit sie im Garten überwintern können. Wichtig: Mit ausreichender Entfernung zu Terrassen und Hauseingängen; vor Katzen sicher machen.

Weitere Informationen zu Nistmöglichkeiten und Witterungsquartieren findet ihr in einem kommenden Beitrag.

Quellen:

Nützliche Insekten im Garten. (2020). Abgerufen am 5. August 2020 von Pflanzenfreude: https://www.pflanzenfreunde.com/fauna/nuetzliche-insekten.htm

Nützlinge. (Juni 2020). Abgerufen am 5. August 2020 von Mein schöner Garten:
https://www.mein-schoener-garten.de/nuetzlinge

Nützlinge im Garten. (2020). Abgerufen am 5. August 2020 von Nabu (Naturschutzbund):
https://www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/balkon-und-garten/pflege/pflanzenschutz/nuetzlinge/