Nachhaltiges Weihnachten

Weihnachten ist das Fest der Liebe und des Konsums. Ob Geschenke, Dekoration, Essen oder üppige Adventskalender, es kann einfach nicht genug sein, oder? Doch ist mehr wirklich immer besser? Wir beweisen euch, dass man auch nachhaltig und umweltfreundlicher das Weihnachtsfest feiern kann – ohne auf etwas verzichten zu müssen.

Nachhaltige Weihnachten: Einfach die bessere Idee!

In der heutigen Konsumgesellschaft fällt es manchmal kaum noch auf, an welchen Stellen die Umweltbelastung zu Buche schlägt. Die Weihnachtszeit ist dabei ein Paradebeispiel. Zwischen Lametta, falschem Plastikschnee und Bergen von Geschenkpapier kann man auch schnell den Überblick verlieren. Unter dem Motto “Mehr ist mehr” absolvieren wir jedes Jahr Marathon-Shopping-Touren und geben mehr Geld für Geschenke und Co. aus als jemals zuvor. Bei all dem wird oft eines vergessen: Weihnachten zu genießen.

Das geht am besten nachhaltig, denn dadurch entscheiden wir uns bewusst dafür auf Überflüssiges zu verzichten und uns auf das Wesentliche zu konzentrieren: Familie, Freunde und das Miteinander. Nachhaltige Weihnachten heißt dabei jedoch nicht, dass man auf die Feier verzichten soll. Es gibt unzählige Möglichkeiten das Weihnachtsfest nachhaltig zu gestalten und dabei trotzdem den üblichen Charme nicht zu verlieren.

Weihnachtsbaum:

Traditionell steht die immergrüne Tanne für Fruchtbarkeit und Lebenskraft. Heute bildet sie den Mittelpunkt für unser Weihnachtsfest und gilt vielerorts als das bekannteste Symbol zu Weihnachten: Der Weihnachtsbaum. Der Klassiker hierfür ist die Nordmanntanne. Die ist relativ günstig und mit ihrem dichten Blattwerk ein echter Hingucker im Wohnraum. Doch die Bäume kommen von großen Plantagen und Monokulturen. Besonders nachhaltig sind sie, obwohl sie ein Naturprodukt sind, also nicht.

Wenn man sich für ein nachhaltiges Fest entscheidet, dann wäre es natürlich am nachhaltigsten ganz auf einen echten Baum zu verzichten und stattdessen einen DIY-Weihnachtsbaum zu basteln. Das kann zum Beispiel aus Restholz und Tannenzweigen sein. So kann man sich das grün und den herrlichen Tannenduft ins Wohnzimmer holen, ohne dabei einen Baum abzusägen.

Wollt ihr jedoch nicht auf eine Tanne im Wohnzimmer verzichten, haben wir hier für euch einige Irrtümer und Tipps, die euch helfen einen möglichst nachhaltigen Baum zu finden.

Plastikbaum:
Hier scheiden sich die Geister, ob ein Baum aus Plastik umweltfreundlicher ist als ein echter Baum. Die Antwort ist hier relativ einfach: Nein! Irrtümlicherweise werden Plastikbäume als umweltfreundliche Alternative abgestempelt, da sie immer wieder verwendbar sind. Das stimmt zwar, doch nicht selten kommt es vor, dass der Plastikbaum nach den ersten Jahren Gebrauchsspuren aufzeigt und durch einen neuen ersetzt wird. Somit enden diese “Bäume” schnell als umweltschädlicher Plastikmüll. Zudem kommt hinzu, dass die Produktion und die langen Transportwege solcher Plastikbäume einen hohen Co2-Ausstoß verursachen und die Umwelt stark belasten. Damit der Plastikbaum eine nachhaltige Alternative darstellt, muss er für mindestens 10-20 Jahre in Gebrauch bleiben. Schätzungsweise werden die meisten Plastikbäume aber schon nach 5-6 Jahren entsorgt.

Bio-Weihnachtsbaum:

Unter kontrollierten ökologischen Bedingungen wachsen diese Weihnachtsbäume ohne Pestizide oder Wachstumsdünger in Mischkulturen. Sie sind am wenigsten belastend für die Umwelt, da sie in der Regel direkt aus der Region kommen und auf lange Transportwege verzichtet wird. Außerdem wird bei der ökologischen Waldwirtschaft auf Pestizide und Dünger verzichtet, weshalb man sich diese schönen Naturgeschöpfe mit gutem Gewissen ins Wohnzimmer holen kann. Nach dem Weihnachtsfest können sie (von sämtlichem Weihnachtsschmuck befreit) auf einem Kompost zu wertvollem Humus werden. Hier findet ihr eine Liste mit Verkaufsstellen, an denen zertifizierte Weihnachtsbäume aus ökologischer Waldwirtschaft erhältlich sind.

Baum mit Wurzeln:
Weihnachtsbäume, die mit der Wurzel zusammen in einem Topf bleiben, können nach der Weihnachtszeit (theoretisch) wieder eingepflanzt werden und so weiterleben. Dabei gibt es aber einiges zu beachten:

  • Vorher solltet ihr euch unbedingt erkundigen, wo man seinen Baum in der Wurzel besorgt.
  • Bei unsachgemäßer Handhabung werden die Wurzeln viel zu kurz geschnitten, sodass die Bäume keine Chance haben nach dem Einpflanzen wieder neu zu gedeihen.
  • Hat sich der Baum erst einmal an die Wärme im Wohnzimmer angepasst, würde er eingehen sobald er wieder in die Kälte kommt.
  • Der Baum sollte daher nur für maximal 10 Tage im Wohnzimmer bleiben.
  • Vor dem Aufstellen sollte der Baum akklimatisiert werden, das heißt an einem kühlen Ort gelagert, bevor er in die Wärme gestellt wird.
  • Auch vor dem Einpflanzen muss sich der Baum wieder an die Kälte gewöhnen und sollte für ein paar Tage an einem kühlen Ort lagern.

Adventskalender:

Adventskalender besteht häufig aus viel Plastik und der Inhalt enthält viele Konservierungsstoffe. Also lieber selbst etwas basteln, da weiß man, was drin ist und kann kontrollieren, woraus er besteht. Im besten Fall kann dieser sogar mehrere Jahre genutzt werden. Obendrein ist ein selbstgemachter Adventskalender gar nicht so schwer und erzeugt bei den Beschenkten ein großes Lächeln im Gesicht.

Idee: Pralinen lassen sich ganz einfach in größeren Mengen herstellen. Jede Praline einfach mit einer Zahl verzieren und in einer luftdichten Box (am besten eine schön verzierte Tupperbox oder Blechdose – je nachdem was vorhanden ist) aufbewahren und verschenken.

Tipp: Selbstgemachte Pralinen enthalten keine Konservierungsstoffe und sollten daher maximal zwei Wochen lang aufbewahrt werden. Am besten macht man daher einen zweiteiligen Kalender also jeweils nur zwölf Pralinen, damit die Süßigkeiten frisch sind.

Dekoration:

Es muss nicht jedes Jahr neuer Weihnachtsschmuck her. Bei angemessener Pflege und Lagerung hält Weihnachtsschmuck über viele Feste hinweg. Darüber hinaus lässt sich das Haus mit naturbelassenen Produkten gemütlich und günstig verzieren. Naturbelassene Weihnachtsdekoration sieht nicht nur toll aus, sondern schont auch Umwelt und bringt einen herrlichen Winterduft mit ins Haus. Hier einige Ideen:

  • Getrocknete Orangenscheiben
  • Weihnachtskugeln aus Glas
  • Girlande aus Kastanien
  • Tannenzweige
  • Zimtstangen
  • Tannenzapfen
  • Dekofiguren aus Holz

Weihnachtsbeleuchtung:

LED-Lichterketten verbrauchen bis zu 90% weniger Energie als herkömmliche Lichterketten und halten dazu noch 20-mal länger. Bei der Beleuchtung solltet ihr außerdem darauf achten, dass die Lichterketten entweder mit einem Steckdosenanschluss versehen sind oder ihr wiederaufladbare Batterien verwendet. Batteriebetriebene Lichterketten sind sehr praktisch, da man nicht auf eine Steckdose in der Nähe angewiesen ist, jedoch landen einfache Batterien später auf dem Müll und sind nicht nachhaltig. Beleuchtung mit Steckdosenanschluss oder wiederaufladbaren Batterien sind daher entlastender für die Umwelt.

Bei einer Außenbeleuchtung am Haus, auf der Terrasse oder am Balkon sollte außerdem darauf geachtet werden, dass die Beleuchtung so wenig “Action” wie möglich hat. Grelles und ständig blinkendes Licht kann nicht nur für uns Menschen nervig sein. Vor allem Tiere reagieren auf starke (und vor allem stark blinkende) Lichter, die außen angebracht sind, sehr empfindlich. Da sie oft nicht die Möglichkeit haben sich vor den Lichtern zu schützen, liegt es an uns darauf zu achten, dass auch unsere kleinsten Bewohner geschützt werden.

Weihnachtsgeschenke:

Jeder von uns hat bestimmt schon mal etwas geschenkt bekommen, womit wir nicht wirklich etwas anzufangen wussten. Einfach wegwerfen ist zu schade, daher enden solche Geschenke meist als Staubfänger in einer Ecke bevor man sich doch dazu durchringt das Geschenk zu entsorgen. Nachhaltige Bescherung kann also schon damit anfangen, dass man dem/der Beschenkten nur das schenkt, was auch gewünscht wird. Daher ist es manchmal einfacher eine Wunschliste zu erstellen, auf der jeder in der Familie, in der WG oder im Freundeskreis seine Wunschgeschenke aufschreiben kann.

Du willst die Überraschung nicht verderben? Dann ist es vielleicht auch eine Möglichkeit auf eine Liste zu schreiben, was man sich nicht wünscht. Zum Beispiel: Dekoration, Klamotten, etc. So kommen dieses Jahr keine unerwünschten Geschenke mehr unter den Baum.

Weihnachtsessen:

Ob Fisch, Gans oder einfach nur Kartoffelsalat. Das Weihnachtsessen ist meistens das Highlight des Abends und bringt Familie und Freunde zusammen. Auch hier kann man ganz einfach auf Nachhaltigkeit achten.

Saisonal: Ganz klar, Weihnachten findet in der Wintersaison statt. Das hierbei verwendete Obst und Gemüse sollte daher auch im Winter Saison haben und am besten aus der eigenen Region stammen. Weihnachtsmenüs lassen sich ganz einfach an die Saison anpassen, solange man dazu bereit ist. Hier findest du einen Saisonkalender, auf dem du ganz einfach ablesen kannst, welches Obst und Gemüse im Winter Saison hat.

Bio: Sowohl das Obst und Gemüse, als auch alles an Fisch oder Fleisch sollte besonders an einem solch besonderen Tag aus einer artgerechten und ökologischen Haltung stammen.

Noch keine Idee für dein Weihnachtsfest? Dann haben wir hier für dich einen leckeren Klassiker mit dem du nichts falsch machen kannst:

Weihnachtsrezept:
Festliche Baby Pute mit Granaten-Rotkohl 

Veganes Weihnachtsgericht:
Süßkartoffeln und Mandeltofu auf Granatapfel-Taboulé 

Nach einem Jahr voller Abstandregelungen, Maskenpflicht und geschlossenen Geschäften, wollen wir das diesjährige Weihnachtsfest der Nachhaltigkeit widmen. Lasst uns den kleinen Familien- und Freundeskreis nutzen, um uns wieder auf das zu besinnen, was das Fest für jeden Einzelnen ausmacht.

Quellen:

Klima-faires Weihnachtsessen: Ohne Verzicht und schlechtes Gewissen. (Oktober 2020).
Abgerufen am 05. November 2020 von verbraucherzentrale: www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/klimafaires-weihnachtsessen-ohne-verzicht-und-schlechtes-gewissen-11545

Nachhaltige Weihnachten: Feiern mit gutem Gewissen. (18. Dezember 2019).
Abgerufen am 04. November 2020 von mdr Aktuell:
www.mdr.de/nachrichten/ratgeber/haus-hobby/weihnachten-nachhaltig-deko-basteln-baum-licht-geschenke-umwelt-100.html

Nachhhaltiger Christbaum. (2020).
Abgerufen am 04. November 2020 von wir-leben-nachhhaltig:
www.wir-leben-nachhaltig.at/aktuell/detailansicht/nachhaltiger-christbaum/#:~:text=Der%20Grundgedanke%20solch%20eines%20Baumes,einem%20herk%C3%B6mmlichen%20Baum%2C%20positiv%20ist

Rösemeier, J. (2020). Die besten Tipps für nachhaltige Weihnachten.
Abgerufen am 05. November 2020 von ecowoman:
www.ecowoman.de/koerper-geist/achtsamkeit/nachhaltige-weihnachten-mit-bio-fair-und-regionalen-produkten-1018