Individuell und natürlich: Selbstgemachte Seife

Verziert, marmoriert, mit leuchtenden Farben oder transparent: Feste Seifen sind beliebter denn je und heute wahre Kunstwerke. Die Auswahl an Seifen ist unendlich groß, es gibt sie in allen erdenklichen Formen und verlockendsten Düften. Wir erhalten sie nicht nur als Hand- und Körperseife, sondern auch für die Haare, zur Rasur oder als Peeling. Doch ihre Inhaltsstoffe sind nicht unbedingt für jeden Körper verträglich und vor allem Duftstoffe können Allergien auslösen. Deshalb solltet ihr genau auf die Zutatenliste sehen oder selbst kreativ werden.

Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, eure ganz individuelle Seife herzustellen? Das ist gar nicht so kompliziert und macht zudem Spaß. Was ihr darüber wissen solltet und was ihr dazu benötigt zeigen wir euch hier.

Kleine Seifenkunde

Bei der Seifenherstellung werden tierische Fette wie Schmalz und Talg oder pflanzliche Fette wie Kokosfett, Palmkernfett, Olivenöl, Sonnenblumenöl oder Sojaöl verwendet. Zusammen mit einer Natronlauge werden sie zu dem sogenannten Seifenleim gekocht. Bei diesem Prozess, den man Seifensieden nennt, werden die Fette in Glyzerin und in die Alkalisalze der Fettsäuren zerlegt. In einem weiteren Arbeitsschritt wird der Seifenleim mit Natriumchlorid (Kochsalz) aufgekocht und dabei entsteht die reine Kernseife, die hauptsächlich aus den Natriumsalzen der Fettsäuren besteht.

Eigenschaften der Kernseife

Die reine Kernseife ist ohne Farb- und Duftstoffe, sie besteht aus natürlichen Tensiden (waschaktive Substanzen), die auch hartnäckigen Schmutz lösen. Durch ihren geringen Fettanteil ist sie bei Hautunreinheiten empfehlenswert, da sie den Mitessern, durch ihre austrocknende Wirkung, den Nährboden entzieht. Zudem hat die reine Kernseife entzündungshemmende, antibakterielle Eigenschaften. In einem warmen Seifenbad kann sie euch bei Nagelbettentzündungen helfen. Manchen Kernseifen wird nachträglich Fett zugesetzt. Auf der Verpackung steht dann: “extra überfettet”. Diese ist besser für trockene oder normale Haut geeignet.

Seifenherstellung

Zur eigenen Seifenherstellung benötigt ihr ein paar Grundzutaten, die für jede Seife gebraucht werden. Darüber hinaus stellen wir euch noch weitere Zutaten vor, mit denen ihr eurer Seife einen eigenen Charakter geben könnt und zwar euren ganz individuellen. Wenn ihr zu Allergien neigt, zum Beispiel bei Düften oder Farbstoffen, dann könnt ihr eure Seife auch nur aus den Grundzutaten herstellen.

Zutaten

Für jede Seife benötigt ihr folgende Grundzutaten:

  • Seife
    •  Kernseife
    • Glycerinseife (für transparente Seifen)
  • Pflanzenfett
  • Seifenform

Optionale Zutaten:

  • Duftöl
  • Farbstoff
  • Zutaten für Peelingseifen

Seife

Außer der Kernseife eignet sich auch die Glycerinseife zur Seifenherstellung. Sie hat durch ihren hohen Anteil an Glycerin feuchtigkeitsbindende Eigenschaften, ist transparent und leicht einzuschmelzen.
Auch wenn die traditionelle Kernseife und Glycerinseife, die auch Rohseife genannt wird, an sich reine Produkte sind, so beinhalten sie als Fertigprodukte manchmal Inhaltsstoffe, die ihr vielleicht nicht haben wollt.

Deshalb achtet auf folgende Bezeichnungen, die nicht unbedingt bekannt sind.

Die Bezeichnung „Sodium Tallowate“ heißt, dass die Seife aus tierischen Inhaltsstoffen besteht. Das ist vor allem für die Veganer unter euch wichtig.

Die Bezeichnung „Sodium Palmate“ bedeutet, hier wird Palmöl verwendet. Es ist aus ökologischen Gründen sehr umstritten (Abholzung von Regenwäldern, Monokultur, Zerstörung von Lebensräumen).

Die Schaumbildner und Fettlöser Sodium Lauryl Sulfate und Sodium Laureth Sulfate stehen in Verdacht, krebserregend zu sein.

Eine weitere Zutat, eine spezielle Essigsäure (Hilfsstoff), erkennt ihr unter dem Namen EDTA. Dieser Stoff ist biologisch schwer abbaubar und kann Zellen und Gewebe zu schädigen.

Alleskönner-Tipp: Ihr findet im Internet einige Kern- und Glycerinseifen ohne diese Zusätze.

Pflanzenfett

Ausgangsstoff für die Seifenherstellung zur Körperpflege sind hochwertige Fette und Öle. Sie beeinflussen das Schaumverhalten und den Härtegrad der Seife. Für eine feste Seife sollte der Anteil an festen Fetten wie Kokosfett, Kakaobutter oder Sheabutter mindestens 40 % betragen. Sie sorgen auch für die Haltbarkeit der Seife (damit sie nicht ranzig wird). Flüssige Fette wie Mandelöl, Avocadoöl, Jojobaöl oder Arganöl sorgen für den pflegenden Effekt.

Der jeweilige Fettanteil der Seife wirkt sich auf die Hautbeschaffenheit aus, deshalb ist es ratsam das Rezept nach eurem Hauttyp auszuwählen. Seid also bei trockener Haut eher großzügig mit den Ölen.

Alleskönner-Tipp: Olivenöl ist bei der Seifenherstellung besonders beliebt, da es für die Haltbarkeit und den festen Anteil der Seife sorgt aber auch den pflegenden Aspekt erfüllt.

Duftöl

Düfte geben eine persönliche Note und sie sollten in keiner Seife fehlen. Ätherische Öle eignen sich dazu hervorragend, denn sie haben auch pflegende Eigenschaften und beeinflussen unsere Stimmung. So wirken zum Beispiel Zitrusöle erfrischend, Lavendelöl entspannend, Eukalyptusöl anregend oder Rosenöl beruhigend. Auch hier könnt ihr ganz nach euren Bedürfnissen auswählen oder sie weglassen, wenn ihr lieber eine geruchsneutrale Seife herstellen wollt.

Farbstoff

Eine farbige Seife ist immer schön für das Auge und gibt einen Anhaltspunkt für den Duft. So könnt ihr Lavendelseife zartlila einfärben, Zitronenseife gelb oder Rosenseife in sanftem Rot. Ihr könnt auch mehrere Farben gleichzeitig verwenden und damit die Seifen marmorieren. Hier sind eurer Fantasie keine Grenzen gesetzt. Bei der Auswahl des Farbstoffs gibt es mehrere Möglichkeiten. Ihr könnt mit Lebensmitteln färben wie Kakaopulver, Kurkuma, Möhren- oder Rote-Beete-Saft oder ihr nehmt fertige Lebensmittelfarben, allerdings bleichen diese schnell aus. Eine große Auswahl an leuchtenden Seifenfarben gibt es im Set und einzeln zu kaufen. Wer gerne metallischen Schimmer möchte, kann sich Epoxidharz-Farbpigmente (Pulver) kaufen. Auch hier könnt ihr aus unendlich vielen Farben wählen. Zart mit exotischem Charakter sehen transparente Seifen aus, dafür verwendet ihr Glycerinseifen statt Kernseifen. Hier könnt ihr farbige Blüten mit einarbeiten, was besonders dekorativ aussieht.

Peelingseifen

Peelingseifen sind beliebt, sie erfrischen die Haut, die Durchblutung wird gefördert und abgestorbene Hautschüppchen werden abgelöst. Um eine Peelingseife herzustellen, müsst ihr nur zu den Grundzutaten eine fein- oder grobkörnige Zutat hinzufügen. Das können je nach Bedarf bei grobkörnigen Zusätzen z. B. Mohn, Kokosraspel, geschrotetes Getreide oder Leinsamen sein. Bei empfindlicher Haut empfiehlt sich eher Feinkörniges wie feines Meersalz, Zucker oder Kaffeepulver.

Seifenform

Damit die flüssige Seife die gewünschte Form erhält, müsst ihr sie gießen. Die gebräuchlichsten Gießformen sind aus Silikon. Sie vertragen Hitze gleichermaßen wie Kälte und lassen sich gut reinigen. Ihr erhaltet sie in allen erdenklichen Formen: klassisch, rund, eckig oder oval – aber auch Motive könnt ihr gießen, wie Muscheln, Tiere oder Blumen. Auch hier ist die Vielfalt groß, die Gießformen gibt es im Block mit mehreren gleichförmigen oder unterschiedlichen Mulden oder als einzelne Motive. 

Wenn ihr jetzt neugierig geworden seid und gerne eure eigene, ganz persönliche Seife gießen wollt, habt ihr jetzt alle Informationen, um das passende Rezept für euch im Internet zu finden.

Falls euch die Zusammenstellung der einzelnen Zutaten zu zeitaufwendig ist, könnt ihr auch fertige Starterkids kaufen. Da habt ihr alles zusammen: Rezept, Seife, Öle, Duft, Farbe und Förmchen in einem Set.

Wer sich intensiver mit der Seifenherstellung beschäftigen möchte und auch eigene Rezepte zusammenstellen will, wird im Internet fündig. Es gibt schon günstige Bücher, spezielle Ratgeber mit Seifenrechner zur Seifenherstellung, die sehr hilfreich sind.

Und jetzt wünschen wir euch viel Spaß und Erfolg bei eurer Seifenkreation und über Feedback freuen wir uns immer.

Quellen