How To: Fachsprache aus der Wirtschaft verstehen

Ob in der Schule, bei der Arbeit oder im Privaten: Fachsprache begegnet uns überall und viele wissen damit nichts anzufangen. Hauswirtschafter*innen sind in ihrem facettenreichen Beruf oft mit den verschiedensten Fachbegriffen aus unterschiedlichen Bereichen, wie beispielsweise der Wäschepflege oder der Gastronomie, konfrontiert. Einer dieser Bereiche ist die Wirtschaft, da, so wie es im Namen schon drinsteckt, ein Haushalt gewirtschaftet wird.

Als Hauswirtschafter*in muss man sich also auch mit Themen wie Marketing, Steuern und Vertrieb auskennen. Besonders im Kontakt mit Kund*innen, Auftraggeber*innen und anderen möglichen Geschäftspartner*innen ist es daher wichtig sich mit dem gängigen Fachjargon (= Sprache in einem bestimmten Beruf) auszukennen und ihn richtig anzuwenden.

Wieso Fachsprache?

In vielen Fachbereichen, wie die Wirtschaft, Politik oder auch die Hauswirtschaft, wird eine ganz eigene Fachsprache gesprochen. Sie hebt sich von unserer Alltagssprache ab und dient vor allem dazu sich fachintern effizient zu verständigen. Innerhalb einer Fachsprache, auch Terminologie genannt, gibt es die einzelnen Fachbegriffe, auch Terminus (Plural =Termini) genannt. Viele Fachbegriffe/Termini, auch aus dem Bereich Wirtschaft, begegnen uns in unserem Alltag und oft wissen wir damit einfach nichts anzufangen.

Damit ihr für euren Schul-, Berufs- und Privatalltag gewappnet seid, haben wir für euch im Folgenden ein paar Fachbegriffe/Termini aus dem Bereich der Wirtschaft kurz erklärt:

AG:
AG ist die Abkürzung für Aktiengesellschaft. Das Unternehmen erhält Kapital, indem es Firmenanteile (Aktien) an Kapitalgeber (Aktionäre) verkauft. Diese erhalten im Gegenzug Mitspracherechte und Anteile vom Gewinn.

B2B:
Die Abkürzung B2B steht für “Business to Business” und bezeichnet die Geschäftsbeziehung zwischen mindestens zwei Unternehmen. Damit ist gemeint, dass ein Unternehmen andere Unternehmen als Kunden hat und keine Privatpersonen/Endverbraucher. Ein Beispiel dafür sind landwirtschaftliche Unternehmen, die ihre Ernteerzeugnisse an andere Unternehmen verkaufen, die diese weiterverarbeiten.

B2C:
Die Abkürzung B2C steht für “Business to Consumer” und bezeichnet die Geschäftsbeziehung zwischen einem Unternehmen und Privatpersonen. Gemeint ist damit, dass die Kunden eines Unternehmens die Konsumenten (auch Endverbraucher genannt) sind. Ein Beispiel dafür sind Supermärkte, die ihre Produkte direkt an die Endverbraucher verkaufen.

Bruttoeinkommen:
Das Bruttoeinkommen ist das Einkommen aus Einkünften (z.B. Lohn, Pacht) vor Abzug von Steuern und Solidaritätszuschlag und Sozialversicherungsbeiträgen. Das Einkommen nach den Abzügen nennt sich Nettoeinkommen.

Direktvermarktung:
Umfasst alle marktgerichteten Aktivitäten, bei denen der/die Kund*in die Waren direkt vom/ von der Hersteller*in bezieht.

Endverbraucher*in:
Eine Einzelperson, ein Privathaushalt oder eine größere Gruppe, die gemeinsam Waren einkaufen und verbrauchen (=konsumieren. Daher auch Konsumente*in genannt).

Export:
Ausfuhr der in einem Land produzierten Sachgüter und/oder Dienstleistungen in andere Länder.

GmbH:
GmbH ist die Abkürzung für Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Eine GmbH ist eine Firma, die nur mit dem Firmenvermögen haftet und nicht mit dem Privatvermögen der Besitzer*in.

Güterströme:
Meint die Waren und Dienstleistungen, die zwischen den Teilnehmer*innen des Wirtschaftskreislaufes ausgetauscht werden. Oft mit Geldströmen in entgegengesetzter Richtung verbunden.

Import:
Entgeltliche und unentgeltliche Einfuhr von Waren und/oder Dienstleistungen aus dem Ausland.

Kredit:
Überlassung von Kapital auf Zeit (Kreditgewährung) an glaubwürdige Kund*innen (Schuldner*innen).

Marktpreis:
Der Marktpreis einer bestimmten Ware ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage. Ist beispielsweise die Nachfrage nach einer Ware kleiner, das Angebot jedoch groß, sinkt in der Regel der Preis für diese Ware. Ist die Nachfrage nach einer Ware groß und das Angebot gering, steigt der Preis einer Ware.

Naturalien:
Ein Teil des Lohns kann statt in Geld mit Produkten bezahlt werden. So kann  ein/e Mitarbeiter*in von einem Landwirt statt Geld auch Ernteerzeugnisse, beispielsweise Kartoffeln, zu einem festgelegten Wert bekommen.

Ökonomisches Prinzip:
Das ökonomische Prinzip (oder Wirtschaftlichkeitsprinzip) besagt, dass das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag ausgewogen sein muss: Ein wirtschaftliches Ziel (z.B. die Herstellung eines Produktes) soll mit sparsamen Einsatz von Arbeitskraft und Geld erreicht werden.

Steuern:
Steuern sind die Haupteinnahmequelle eines Staates und werden hauptsächlich von Bürger*innen und Unternehmen gezahlt. Es gibt verschiedene Steuern, wie zum Beispiel die Einkommenssteuern, Gewerbesteuern (zahlen nur Unternehmen) oder die Umsatzsteuer.

Wirtschaftskreislauf:
Der Wirtschaftskreislauf ist die bildliche Darstellung der Güter-, Leistungs- und Geldströme. Die Privathaushalte erbringen Arbeitsleistungen und beziehen dafür Geldeinkommen. Die Unternehmen produzieren und verkaufen Konsumgüter und erhalten dafür Geldeinkommen. Diese Vorgänge lassen sich in einem Kreislauf darstellen.

Wirtschaftssystem:
Das Wirtschaftssystem beschreibt die Regel, nach denen die Wirtschaft eines Staates geordnet ist. In den westlichen Industrieländern gibt es die freie Marktwirtschaft. Wenn der Staat Bedürftige mit Transferzahlungen unterstützt, heißt das soziale Marktwirtsacht. Wenn der Staat die wirtschaftlichen Aktivitäten plant und kontrolliert, spricht man von der Planwirtschaft.

Wir hoffen diese kurze Übersicht hat euch weitergeholfen! Welche Fachbegriffe kennt ihr aus eurem Alltag? Hinterlasst uns gerne einen Kommentar auf unseren Social-Media-Kanälen. Ihr habt noch nicht genug vom Thema Wirtschaft? Dann besucht unsere Download-Site und schaut in unser Online Lehrmaterial rein. Dort findet ihr spannende Aufgaben rund um die Thema Wirtschaft, Haushalt und Co.

Quellen

Immer wieder neu Lehrmaterial 8. Klasse Teil 1
Aufgerufen am 14.07.2021
https://www.immer-wieder-neu.de/downloads/