Herbstzeit ist Pilzzeit – auch daheim

Herbstzeit ist Pilzzeit – auch daheim

Herbstzeit ist Pilzzeit – auch daheim

Momentan zieht es viele in den Wald. Kein Wunder, denn wir befinden uns in der Hauptsaison fürs Pilze sammeln. Von Pfifferlingen, Steinpilzen, Braunkappen bis hin zu Birkenpilzen lassen sich für Pilzfreunde zum Eigenbedarf einige „Schätze“ im Wald finden. Doch auch Zuhause, im Garten oder im Keller lassen sich ganz leicht essbare Pilze züchten – und die Pilzzeit unabhängig von der Jahreszeit genießen. In diesem Beitrag möchten wir euch zeigen wie ihr Zuhause mit verschiedenen Methoden ganz leicht Pilze anbauen könnt. Doch vorerst wollen wir erklären, was Pilze eigentlich sind.

Was sind Pilze?

Pilze gehören nicht zu den Pflanzen, da sie aufgrund des fehlenden Chlorophylls keine Photosynthese betreiben können. Sie gehören zu den Saprophyten, welche absterbende organische Stoffe aufnehmen.  Für viele Pilz-Gruppen gehört ein Leben in Symbiose, eine Art Lebensgemeinschaft mit Bäumen dazu. Diese vorteilhafte Lebensweise ist durch ein Geben und Nehmen bestimmt und wird Mykorrhiza genannt. Dabei verbinden sich unterirdisch die Wurzeln des Pilzes mit den Wurzeln des Baumes. Diese Symbiose ist jedoch nicht zwangsläufig notwendig, damit ein Pilz heranwächst, sodass auch der Eigenanbau daheim sehr gut funktionieren kann. Mit welchen Pilzen euch die Pilzzeit daheim gelingt und wie die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zucht sind, erfahrt ihr jetzt.

Essbare Pilze für den Eigenanbau

Wenn es um den Eigenanbau daheim, im Garten oder im Keller geht, sind die folgenden Pilze geeignet: Hericium, Kräuterseitling, Piopino, Austernpilz, Limonenpilz, Shiitake, Champignon und Braunkappe. Mithilfe eines Fertigkultur-Sets, einer Pilz-Brut (Getreidekörner versetzt mit der entsprechenden Pilzart) in einem nährstoffarmen, aber stickstoffhaltigen Untergrund, auf Laubholz oder im Beet können ganz leicht die oben genannten Pilze für den Eigenbedarf herangezüchtet werden.

Ein kleiner Hinweis für die gelungene Pilzzeit: Einen leichteren Einstieg habt ihr mit einem Fertigkultur-Set. Sucht euch, wenn ihr so beginnen möchtet, im lokalen Einzelhandel oder im Pilzzuchtshop eurer Wahl die passende Pilzart im Fertigkultur-Set aus. Natürlich erhaltet ihr dort aber auch die Pilz-Brut für den entsprechenden Pilz.

Welche Bedingungen braucht es für die Pilzzucht zuhause oder im Garten?

Im Keller oder in einem ähnlich dunklen Raum:

Achtet bei der Aufzucht in diesen Räumen auf eine passende Luftfeuchtigkeit sowie ein kleines Fenster, welches den Raum leicht erhellt. Jeder Pilz benötigt eine bestimmte Raumtemperatur, um gut zu wachsen. Erkundigt euch nach dieser und achtet darauf, dass die Temperatur gehalten wird. Bei einer suboptimalen Luftfeuchtigkeit und/oder Temperatur droht die Austrocknung oder eine Schimmelpilzbildung.

Mit einem Fertigkultur-Set oder einen nährstoffarmen, aber stickstoffhaltigen Untergrund in einem Blumentopf oder ähnlichen Behälter oder sogar in einem Plastiksack und der entsprechenden Pilz-Brut könnt ihr dann loslegen.

Unser Tipp für die Pilzzeit daheim:

Ausgedienter Kaffeesatz ist ein hervorragender Untergrund und Nährboden für Pilze. Besonders gut eignet sich langgebrühter Filterkaffee, denn dieser ist besonders reich an Stickstoff und enthält kaum noch Substanzen wie Bitterstoffe, die das Pilzwachstum hemmen. Zudem ist dieser „Dünger“ durch das Aufbrühen von schädlichen Mikroorgansimen wie Schimmelpilzen und Bakterien befreit. Allgemein benötigt man für die Pilzzucht in Kaffeesatz nicht viel: etwas Pilz-Brut, einen Blumentopf und Kaffeesatz, welcher nicht älter als zwei bis drei Tage sein sollte. Zuerst wird der Kaffeesatz mit dem Pilzmyzel, also der Pilz-Brut, versetzt und in einen Blumentopf gegeben. Abschließend kommt eine weitere Schicht Kaffeesatz hinzu. Noch einfacher geht es übrigens mit einem durchsichtigen Plastiksack, der anschließend nur leicht verknotet wird, sodass eine Luftzirkulation gegeben ist.

Ein weiterer Vorteil: Dadurch, dass der Plastiksack durchsichtig ist, könnt ihr die Entwicklung der Pilzkultur gut beobachten.

Pilzzeit im Garten:

Hier bietet sich der Anbau in einem Beet oder auf Laubholz an. Solltet ihr euch für Holz entscheiden,

solltet ihr möglichst frisches Holz nutzen, damit sich noch keine anderen Pilze und Mikroorganismen darin ansiedeln konnten. Zudem sollte das Holz einen Wassergehalt von 60 Prozent aufweisen. Im Frühjahr ist dies zum Beispiel automatisch der Fall. Ansonsten musst ihr nachwässern. Das Holz erhält anschließend kleine Schnitte senkrecht zum Verlauf der Fasern im Holz. In diese wird dann die Pilz-Brut gegeben. Anfangs könnt ihr die Schlitze mit der Pilz-Brut mit Klebeband versehen. So geht ihr sicher, dass nichts herausfallen kann oder andere Pilzsporen in die Pilz-Brut eindringen und sich breit machen können. 

Wir hoffen, wir konnten euer Interesse für die Pilzzucht wecken und eurer Pilzzeit daheim steht nichts mehr im Wege. Gebt uns gerne auf unseren Social-Media-Kanälen Instagram und Facebook Bescheid.

Quellen: