Grüne Berufe: Interessanter denn je

Grüne Berufe: Interessanter denn je

Grüne Berufe: Interessanter denn je

In vielen Bundesländern interessieren sich immer mehr Schüler*innen für sogenannte Grüne Berufe. Laut des Instituts der deutschen Wirtschaft ist seit 2020 die Nachfrage für Ausbildungsplätze in Grünen Berufen deutlich gestiegen. Die klassischen 14 Berufe, die das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) als „grün“ definiert, sind vielfältige, technisch anspruchsvolle und naturnahe Ausbildungsberufe im Agrar- und Ernährungsbereich. Einer davon ist der*die Hauswirtschafter*in. In unserem Beitrag möchten wir euch von den grünen Tätigkeitsfeldern des Hauswirtschaftsberufs berichten. Seid gespannt.

Die grünen Ausbildungsinhalte von Hauswirtschafter*innen

Hauswirtschafter*innen sind Manager*innen des Haushaltes. Sie versorgen bedarfsgerecht und bedürfnisorientiert Menschen und ihr Umfeld in privaten Haushalten, öffentlichen Einrichtungen oder Tagungsstätten. Zu ihrem grünen Arbeitsfeld gehört zum Beispiel die Zubereitung der Mahlzeiten nach ernährungsphysiologischen Aspekten und nachhaltiges Wirtschaften sowie Umweltschutz, Gartenpflege und Haustierbetreuung. In ländlichen Regionen sind Hauswirtschafter*innen auch im Gemüseanbau oder mit der Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte betraut. Außerdem unterstützen sie bei agrartouristischen Angeboten.

Gartenpflege und Haustierbetreuung:

Gartenpflege umfasst alle Tätigkeiten, die über das ganze Jahr anfallen. Dazu gehören Rasenmähen, Gießen, Beetpflege und Laubbeseitigung. Zudem kommt das Inspizieren der Gerätschaften, die bei Verschleiß ersetzt werden müssen. Diese Kosten fließen wiederum in das Haushaltsbudget, für das die Hauswirtschafter*innen in der Regel mitverantwortlich sind. Haustierbetreuung bedeutet, dass das Tier mit Nahrung versorgt und je nach Art auch ausgeführt werden muss. Beide Tätigkeiten gehören zum grünen Berufsfeld und sind nicht nur in ländlichen Gebieten, sondern auch in der Stadt zu verrichten, zum Beispiel in Privathaushalten mit Tieren oder auch in öffentlichen Einrichtungen, die kleine Gemüse- und Kräutergärten zur Verfügung haben.

Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte:

Die Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte bedeutet den Verkauf von Produkten oder Dienstleistungen ohne Zwischenhändler*innen, also direkt von einem Unternehmen an die Endverbraucher*innen. Hauswirtschafter*innen, die in einem landwirtschaftlichen Unternehmen mit Hofladen arbeiten, haben hier ein breites Spektrum an grünen Arbeitsfeldern. Dazu gehören das Pflanzen und die Pflege von Blumen und Gemüse, die Verarbeitung der Ernteprodukte und zum Teil auch die Preiskalkulation. Ebenfalls gehören das Dekorieren des Außengeländes und des Hofladens, sowie die Präsentation und der Verkauf von hauseigenen Ernteprodukten oder daraus hergestellten Lebensmitteln, wie Marmelade, Säfte oder eingelegte Gurken, zu den hauswirtschaftlichen Aufgaben.

Agrartourismus:

Agrartouristische Angebote sind Urlaubs- und Freizeitangebote, meist mit Ergebnischarakter auf Landgütern, Bauern- oder Pferdehöfen. Hauswirtschafter*innen sind hierbei für vielfältige Arbeitsschritte zuständig, die zu den grünen Bereichen zählen. Sie wirken bei der Herstellung von hofeigenen Tierprodukten wie Käse oder Butter sowie beim Einsammeln von Hühner- oder Enteneiern, Nüssen oder Maronen mit. Selbiges verarbeiten sie zu Kuchen oder herzhaften Speisen für Haushaltsangehörige und Gäste. Außerdem schaffen sie durch kreatives Gestalten der Außen- und Innenbereiche eine ansprechende Atmosphäre, beteiligen sich an der Blumen- und Gartenpflege und der Versorgung von Kleintieren am Hof.

Grüne Berufe – die Vorteile:

Die Vorteile der sogenannten Grünen Berufe sind die guten Übernahmechancen, da in diesen Bereichen Fachkräftemangel herrscht. Wer sich gut einarbeitet, wird in der Regel übernommen, da durch die enge Zusammenarbeit schnell ein persönliches Verhältnis aufgebaut werden kann. Weiterhin wird Hauswirtschafter*innen durch die saisonal bedingt unterschiedlichen Tätigkeiten ein abwechslungsreiches Spektrum an Arbeitsfeldern geboten. Dazu gehören beispielsweise das Anpflanzen von Gemüse und Kräutern im Frühling, die Ernte und deren Verarbeitung im Sommer und Herbst und das weihnachtliche Schmücken im Winter.

 

Der Beruf Hauswirtschafter*in hat äußerst vielfältige Arbeitsspektren, die weit über die klassisch gedachten Aufgaben wie Kochen, Putzen oder Waschen hinausgehen. Kreativität, Management, ein bewusster Umgang mit Natur und Nachhaltigkeit und Kenntnisse in Ernährungs- und Nahrungsmittellehre sind nur einige der vielen grünen Inhalte einer professionellen Haushaltsführung. Letztlich ist diese Ausbildung eine solide Grundlage für ein darauf aufbauendes Studium der Haushalts- und Ernährungswissenschaft oder Ökotrophologie.

Quellen