Gartenarbeit: Pflege der Tomaten

Wie gesund sie sind, wo sie herkommen und wie sie angebaut wird, habt ihr in unseren letzten Beiträgen zu den Tomaten erfahren. Jetzt wollen wir euch mehr über die Pflege erzählen. Dabei gibt es einiges zu beachten, denn Tomaten sind empfindliche Pflanzen, die bestimmte Voraussetzungen benötigen, damit sie prächtig gedeihen können und ihr eine ertragreiche Ernte erzielt.

Stütze

Bis auf Busch- oder Strauchtomaten brauchen alle Tomaten eine Stütze. Die meisten Tomatensorten haben einen langen Haupttrieb, an dem die Tomatenrispen wachsen. Damit sie während des Wachstums unter ihrer Fruchtlast nicht einknicken, benötigen sie eine Rankhilfe, an der ihr sie festbinden müsst.

Diese Rankhilfen gibt es in Stab- oder Spiralform und sie werden in unterschiedlichen Materialien angeboten. Das kann Draht, Bast oder ähnliches sein aber auch Kabelbinder eignen sich gut. In besten Halt geben Spiralstäbe aus Metall. Wichtig ist, dass ihr den Stab gut verankert habt.

Ausgeizen

„Ausgeizen“ nennt man das Entfernen von überschüssigen Trieben. Das gilt insbesondere für Stabtomaten, sie bilden bis in den Herbst hinein ständig neue Seitentriebe, die regelmäßig entfernt werden müssen. Macht man das nicht, geht die ganze Energie in den Blattwachstum und der Fruchtwuchs würde abnehmen. Je früher ihr damit beginnt, desto leichter lässt sich der Trieb entfernen: Ihr nehmt dazu Daumen und Zeigefinger und knippst den Trieb einfach ab. So ist euch eine ertragreiche Ernte sicher.

Strauch- oder Buschtomaten werden nicht ausgegeizt, sie wachsen stark verzweigt ohne dass es das Fruchtwachstum beeinflusst. Da sie nicht, wie die meisten anderen Sorten in die Höhe wachsen, benötigen sie auch keine Stütze.

Gießen

In den ersten Tagen nach dem Pflanzen solltet ihr eingehend bewässern, danach hängt die Wasserzugabe von der Witterung ab. Je nach Sonneneinwirkung und Regen ist individuelles Gießen erforderlich. Ratsam ist es immer eine Fingerprobe zu machen. Fühlt sie sich trocken an, verlangt sie nach Wasser. Aber wenn die Erde noch feucht ist, besser noch warten.

Wichtig: Es darf keine Staunässe entstehen, da die Gewächse darauf empfindlich reagieren. Auch nasse Blätter mögen die Pflänzchen nicht, weshalb ihr am besten immer von unten am Stamm gießen solltet.

Düngen

Tomaten sind sogenannte Starkzehrer und haben damit einen hohen Nährstoffverbrauch, weshalb regelmäßiges Düngen wichtig ist. Während ihr am Anfang organischen Dünger zur Verbesserung der Bodeneigenschaften miteinarbeiten könnt, benötigen die Pflanzen mit Beginn der Fruchtbildung kalium- und magnesiumreichen Dünger. Wer keinen Fertigdünger verwenden will, kann dafür Brennnessel- oder Beinwelljauche ansetzten, damit verhindert ihr eine Überdüngung.

Krankheiten

Die meisten Krankheiten werden durch Pilze verursacht. Die Kraut- und Braunfäule: ist die häufigste Krankheit der Tomaten, die sich vor allem bei feuchter Witterung ausbreitet. Die befallenen Tomatenfrüchte bekommen tiefgehende harte Flecken und können nicht mehr verzehrt werden. Genügend Abstand zwischen den Pflanzen und Überdachung beugt dem vor. Bei ersten Anzeichen von Braunfäule entfernt ihr am besten alle Blätter, die davon befallen sind. Übrigens: Auch ausgeizen schützt vor dieser Krankheit, da die Luftzirkulation dadurch verbessert wird.

Schädlinge

Aber nicht nur Pilze befallen Tomatenpflanzen, sondern auch Insekten wie zum Beispiel die Tomatenminierfliege, deren Larven sich durch die Blätter fressen, oder die Tomatenmotte, eine Raupe, die sich durch die Früchte ernähren. Hier können Nützlinge wie beispielsweise Schlupfwespen und Raubwanzen helfen. Wenn ihr keine lebenden Insekten zur Schädlingsbekämpfung einsetzten wollt, dann helfen Lockstofffallen. Das sind mit Klebstoff und Pheromonen versehene Pappschachteln oder -tafeln, an denen die Schädlinge kleben bleiben.

Vermehren

Die Blüten der Tomatenpflanze besitzen weibliche und männliche Pflanzenbestandteile und können sich deshalb mit Hilfe des Windes selbst befruchten. Ihr könnt natürlich auch selbst die Sache in die Hand nehmen. Dabei kommt euch wieder das Ausgeizen zugute: Abgetrennte Triebe, die eine Länge zwischen 15 und 25 cm haben sollten, schneidet ihr mit dem Messer schräg an und entfernt alle unteren Blätter.

Dann könnt ihr sie ins Wasser stellen, bis sie Wurzeln treiben oder ihr pflanzt sie direkt in die Erde. Falls ihr zum Anbau noch Fragen habt, dann schaut einfach in unseren Beitrag „Herkunft & Anbau der Tomate“.

Nun seid ihr fast schon Profis was das Tomatenpflanzen angeht. In unserem nächsten Beitrag geht es dann um das schönste Kapitel, nämlich um die Ernte und die Verarbeitung von Tomaten. Freut euch darauf.

Quellen: