Energie im Haushalt: So nutzt du sie effizient & nachhaltig

Die Energiepreise für Gas, Öl und Strom steigen in die Höhe und wir Verbraucher merken das an unserem Geldbeutel. Die Gründe hierfür sind vielfältig, wie gestiegene Großhandelspreise durch stärkere Nachfragen, geleerte Lagerbestände, Spekulationen am Energiemarkt und die Besteuerung von CO²-Emissionen, die beim Verbrennen von Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas entstehen. Auch die Umstellung auf erneuerbare Energien, wie Wasserkraft, Sonnen- und Windenergie, ist teuer. Doch was können wir Verbraucher dagegen machen? Im Haushalt gibt es in unterschiedlichen Bereichen die Möglichkeit, Energie zu sparen. Wir verraten euch wie.

Effizienter Umgang mit Energie im Haushalt

In Deutschland liegt der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch für Strom, Wärme und Mobilität bei elf Tonnen CO². Damit die Klimaerwärmung gesenkt werden kann, dürfte aber jeder Mensch auf der Erde nur maximal zwei Tonnen CO² erzeugen. Der richtige Umgang mit Energie ist klimafreundlich, schont fossile Ressourcen und spart Geld.

Strom:

Beim Kauf von Elektrogeräten, wie Waschmaschine, Kühlschrank oder Staubsauger, sollte man auf die Energielabels achten, sie geben Aufschluss über die Energieeffizienzklasse eines Geräts. Mit Geräten aus der Energieklasse A und B kann man ein Drittel bis zu einer Hälfte an Stromverbrauch einsparen.

  • Waschmaschine: Das Aufheizen des Wassers benötigt den höchsten Energiebedarf des gesamten Waschvorgangs. Kochwäsche ist bei unseren modernen Waschmitteln kaum noch nötig. Bei 60° werden die meisten Keime abgetötet. Auch Vorwäsche ist nur bei stark verschmutzter Kleidung zu empfehlen. Die Trommel gut befüllen, so wäscht die Waschmaschine am effektivsten. Im Blogtext „Tipps fürs ökologische Waschen“ erfahrt ihr noch mehr dazu.
  • Kühlschrank und Gefriergerät: Die Größe der Geräte sollte an den Haushalt angepasst werden. Wenn sie nur halb befüllt sind, verbrauchen sie mehr Strom. Warme Speisen erst abkühlen, bevor sie in die Kühlung kommen, das senkt den Energiebedarf. Es reicht, wenn der Kühlschrank so eingestellt ist, dass die Temperatur im oberen Fach bei 7°C liegt. Bei einer Senkung um nur 1°C steigt der Stromverbrauch bereits um circa 6%. Sobald sich eine Eisschicht am Gefriergerät bildet, solltet ihr euer Gerät abtauen: Ein Zentimeter Eis kann den Stromverbrauch um 10 bis 15 Prozent steigern.
  • Herd und Backofen: Zum Kochen solltet ihr immer einen Deckel benutzen, das spart Storm und Zeit. Backen mit Umluft verringert die Energie etwa um 15% im Vergleich zu Ober- und Unterhitze.
  • Spülmaschine: Temperaturen zwischen 50-55 Grad reichen in der Regel, um sauberes Geschirr zu erhalten. Wenn ihr die Essensreste entfernt, dann ist Vorspülen nicht nötig.
  • Wasserkocher: Hier lohnt es sich ein Gerät mit hoher Wattzahl zu kaufen, denn mit steigender Wattzahl sinkt gleichzeitig die Zeit, die der Kocher benötigt, um das Wasser zum Kochen zu bringen.
  • Computer, Fernseher und Spielkonsolen: Alle Geräte verbrauchen auch im Stand-by-Modus weiterhin Strom, deshalb ist eine Steckerleiste mit Schalter zum Abschalten sinnvoll. Zudem könnt ihr mehrere Geräte damit verbinden, die ihr gleichzeitig vom Stromnetz nehmen könnt.
  • Lichtquellen: LED sind sparsamer als Glüh- und Halogenlampen und verbrauchen sogar weniger als Energiesparlampen. Die Helligkeit wird in Lumen (lm) angegeben und je höher der Lumenwert ist, desto heller ist das Leuchtmittel. Die Leistung, die in Watt angegeben ist, besagt, wie viel Strom die Lampe verbraucht. Wird eine Steh- oder Tischlampe mit einem Netzteil betrieben, dann ist es sinnvoll den Stecker in eine abschaltbare Steckerleiste zu stecken, denn diese Lampen können auch im ausgeschalteten Zustand unnötig Strom verbrauchen.
  • Laptop statt PC: Im normalen Betrieb verbraucht ein Multimedia-PC 200 Watt oder mehr. Ein Laptop mit vergleichbarer Ausstattung und Leistung kommt hingegen mit nur 30 Watt aus. Ihr könnt 55 Euro im Jahr sparen, wenn ihr auf einen Laptop umsteigt.

Generell solltet ihr beim Kauf von Elektrogeräten auf den sogenannten Blauen Engel achten. Produkte, die mit diesem Umweltzeichen der Bundesregierung ausgezeichnet sind, sind gut für die Umwelt und energiesparend. 

Wärme:

Um Wärmeenergie effizient zu nutzen und dabei die erwünschte Raumtemperatur zu erhalten, erfordert es einige Regeln, um nicht unnötig Energie zu verbrauchen.

  • Heizen mit Thermostat: Thermostate sind Energiesparer. Mit ihrer Hilfe kann bis zu 10% der Heizenergie gespart werden. Es gibt manuelle und digitale Heizungssteuerungen. Mit einem manuellen Thermostat stellt man an jedem Heizkörper die gewünschte Raumtemperatur per Hand ein. Mit einer digitalen Heizsteuerung kann nicht nur die Raumtemperatur, sondern auch Zeiträume, wie das automatische Absenken der Heizung während der Nachtzeiten oder andere Heizintervalle, eingestellt werden. Das ist nicht nur bequem, sondern hilft vor allem denen, die immer wieder vergessen, die Heizung am Abend herunter zu drehen, denn jedes Grad spart 6% Energie. Während der Nachtzeiten solltet ihr die Heizung niemals ganz abdrehen, da ein erneutes Aufheizen des kompletten Raumes zusätzliche Energie verbraucht und ihr langfristig eine Schimmelbildung riskiert.
  • Die richtige Raumtemperatur wählen: Schon wenige Grad können beim Energieverbrauch einen großen Unterschied machen. Natürlich soll keiner in den eigenen vier Wänden frieren. Aber der Körper passt sich an die Temperaturen an und wir merken nicht mehr, wenn die Räume überheizt sind. Im Wohnbereich und auch im Bad sollte die Temperatur zwischen 20 bis 22 Grad Celsius betragen, in der Küche reichen für gewöhnlich zirka 18 Grad und im Schlafzimmer sind 17 bis 18 Grad Celsius ausreichend. Nachts kann man die Heizung generell herunterdrehen.
  • Türen und Fenster abdichten: Fenster- und Türdichtungen werden mit der Zeit porös und sollten bei Bedarf erneuert werden. Denn durch die feinen Spalten entweicht warme Luft und kalte strömt ein, was zu einem Energieverlust führt. Wer Rollläden an den Fenstern hat, sollte sie nachts schließen, das verringert einen Wärmeverlust an den Fenstern um rund 20%.
  • Richtig lüften: Richtiges Heizen geht nur mit richtigem Lüften einher. Statt durch Kippen der Fenster die Räume in Dauerlüftung zu versetzten, ist es sinnvoller öfter am Tag durch kurzes Stoßlüften die Zimmer mit Frischluft zu versorgen. Durch das Kippen der Fenster gibt es nur einen geringen Luftaustausch und die aufsteigende Warmluft vom Heizkörper geht dabei verloren. Beim Stoßlüften werden ein oder am besten mehrere Fenster weit geöffnet, dabei kommt es zu einem schnellen effektiven Austausch der Raum- und Außenluft. Das spart Energie und der Raum kühlt dabei nicht aus. Mehr zum Thema Lüften könnt ihr hier nachlesen.

Eine sehr praktische Hilfe zum Energiesparen ist die Vernetzung von technischen Geräten, wie etwa Heizung oder Lichtquellen, die ihr zentral über Handy-Apps steuern könnt. Das ist sehr praktisch, wenn man unterwegs ist und vergessen hat die Heizung herunter zu drehen, nicht weiß, ob das Licht ausgeschaltet wurde oder die Jalousie nicht geschlossen ist. Von der Ferne aus kann das geregelt und damit Energie gespart werden. Falls euch das interessiert, dann lest im Blogtext „Smart Home: Cleverer Helfer im Haushalt“ noch mehr darüber.

Vielleicht konnte euch unser Beitrag neue Anregungen geben Energie einzusparen? Wir freuen uns auf ein Feedback auf unseren Social-Media-Kanälen.

Quellen:

Verbraucherzentrale, aufgerufen am 02.11.2021

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/energie/strom-sparen

 

Utopia, aufgerufen am 02.11.2021

https://utopia.de/ratgeber/energie-sparen-energiespartipps-haushalt/#Laptop

 

Umweltbundesamt, aufgerufen am 02.11.2021

https://www.umweltbundesamt.de/themen/richtig-heizen

 

Blauer Engel, aufgerufen am 02.11.2021

https://www.blauer-engel.de/de