Ein Insektenhotel als Winterquartier

Ein Hotel für Insekten? Vielleicht ist das für manche noch ungewöhnlich und ihr fragt euch, was damit gemeint ist. Im Grunde ist das Insektenhotel ein Unterschlupf, ein Nistplatz oder ein Winterquartier für unterschiedliche Insekten. Warum es so etwas gibt und wie ihr euch selbst eines bauen könnt, das erfahrt ihr hier.

Warum ein Insektenhotel?

Die natürlichen Lebensräume der Insekten wie Biene, Hummel, Florfliege oder Schlupfwespe sind mit der Zeit immer knapper geworden. Der Grund dafür sind die zunehmende Verstädterung, Monokultur, weniger Wald- und Grünflächen durch intensive Flächennutzung, die Begradigung von Flüssen und die Schädlingsbekämpfung mit Pestiziden.
Auch in den privaten Gärten gibt es immer weniger wildwachsende Pflanzen, auch Gartenabfälle oder Laub, die einen natürlichen Unterschlupf für Insekten bieten, werden in der Biotonne entsorgt. Die Rückzugsorte für einheimische Insekten werden immer weniger und schließlich verschwinden sie ganz. Mit einem kleinen Beitrag können wir dem entgegenwirken, indem wir diesen bedrohten Insekten einen Unterschlupf gewähren – mit einem Insektenhotel beispielsweise.

Wie ist ein Insektenhotel aufgebaut?

Ein Insektenhotel ist üblicherweise aus Holz, hat ein Dach und mehrere Nischen. Diese Nischenfächer werden mit unterschiedlichen Materialien ausgefüllt: beispielsweise mit hohlen Pflanzenstängeln, Bambus, kleinen Ästen, Stroh, Holzwolle, Tannenzapfen, Reisig und Baumrinde. Wenn ihr genügend Material gesammelt habt, dann verteilt es so in die Fächer, dass diese völlig ausgefüllt sind und alles schön festsitzt. Mit Heißkleber, Paketschnur oder Holzleim könnt ihr mehr Stabilität erreichen, indem ihr mehrere Stängel aneinanderklebt oder zusammenbindet. Die Enden könnt ihr mit einer kleinen Säge kürzen, so dass sie gleich lang sind. Wichtig: Achtet auf eine glatte Schnittfläche, damit sich die Insekten nicht verletzen. Um die Insekten vor Vögeln zu schützen, könnt ihr zusätzlich einen Drahtzaun an der Vorderseite befestigen.

Einfache Behausungen:

Es muss gar nicht ein kompliziertes Insektenhotel sein, wer es schlichter haben möchte, kann leere Blechdosen benutzen, in die ihr euer Füllmaterial platziert und aufhängt.
Wem das zu viel Arbeit ist, kann auch Ziegelsteine aufstellen. In ihren Hohlräumen können sich die Insekten gut einnisten und sie sind zudem vor Wind und Regen geschützt.

Wo soll das Insektenhotel stehen?

Damit Insekten auch in ihre neue Behausung einziehen, muss der Standort stimmen. Wichtig ist ein wind- und regengeschützter Platz, da Insekten Feuchtigkeit nicht mögen. Im Gegenteil: Sie lieben es, wie die meisten Menschen auch, sonnig. Deshalb sollte der Standort nicht in einer dunklen Ecke oder im Norden des Gartens sein. Eine sonnenbeschiene Hausmauer auf dem Balkon oder eine südliche Ausrichtung im Garten ist ideal. Achtet auch auf die Nähe zu Blumen, Bäumen oder Büschen, damit die Insekten ihr Hotel finden.

Wenn ihr alle Kriterien berücksichtigt steht eurer Kreativität und dem Einzug der in Bedrängnis geratenen Insekten nichts mehr im Wege. Wir hoffen, dass unsere Anregungen eure Lust auf Nachmachen geweckt hat und wünschen euch viel Spaß und Erfolg beim Bau des Insektenhotels.

Quellen:

Grün denken
Abgerufen am 30.09.2020: https://www.gruen-denken.de/insektenhotel/

Insekten-Hotels.de (2019)
Abgerufen am 30.09.2020:http://www.insekten-hotels.de/

REWE
Abgerufen am 30.09.2020: https://www.rewe.de/nachhaltigkeit/nachhaltig-handeln/insektenhotel-bauen