Ein edles Lebensmittel: Esskastanien

Ab Oktober ist die Zeit für ein ganz besonderes Lebensmittel: Esskastanien, auch Maronen oder Edelkastanien genannt. Die Esskastanie gehört zu den Buchengewächsen und ist ein sommergrüner Baum, welcher stärkereiche Nussfrüchte ausbildet. Diese Früchte verschönern viele Gerichte – vor allem in der Herbst- und Wintersaison. Ob als Hauptzutat in einer Maronen-Cremesuppe, als weiteres Topping im Feldsalat, als Füllung im Gänsebraten oder als leckerer Maroni-Kuchen: Die Esskastanie ist ein richtiger Allrounder!

Unterschied zwischen Esskastanien und Rosskastanien

Wichtig ist zu wissen, dass beim Sammeln in der Natur nicht nur Esskastanienbäume vorzufinden sind, sondern auch Rosskastanienbäume. Im Gegensatz zu den Esskastanien sind die Früchte der Rosskastanienbäume nicht essbar. Es gilt also diese unterscheiden zu können, wenn man diese edlen Kastanien in der Natur sucht und nicht im Handel einkauft. Der Fruchtkörper der nicht essbaren Rosskastanien ist meist kugelrund, wohingegen der Fruchtkörper der Esskastanien von der Form her eine flache Seite aufweist. Außerdem unterscheiden sich auch die nicht essbaren Schalen beziehungsweise Fruchthüllen der beiden Kastaniensorten, die den Fruchtkörper schützen. Esskastanien haben typische Fruchtkapseln mit einzelnen Fruchtkörpern, die wie der Rücken eines Igels mit unzähligen weichen Stacheln überzogen sind. Rosskastanien hingegen sind von einer einzigen Schale mit einem einzelnen Fruchtkörper und wenigen dafür aber harten Stacheln umgeben.

Ihr seht also: Ihr müsst im Prinzip nur auf zwei Hinweise achten und schon ist es kein Problem mehr, die beiden zu unterscheiden. Doch auch wenn Rostkastanien im Gegensatz zu Esskastanien nicht zum Verzehr geeignet sind, bieten sich diese wunderbar zum Basteln verschiedenster Herbstdekorationen an. Und sind aus dieser Sicht nicht zu verachten.

Die Zubereitungsmöglichkeiten für Esskastanien

Edelkastanien kann man sowohl roh als auch gegart essen. Hierbei unterscheiden sie sich jedoch vom Geschmack. Roh schmecken Maronen herber und erinnern an Walnüsse. Gekocht, geröstet oder gebacken sind sie deutlich aromatischer und haben eine nussige und süßliche Geschmacksnote. Wir wollen euch hier die vier Zubereitungsmöglichkeiten vorstellen.

Vorbereitung:

  1. Mit einer Küchenschere die Spitzen der Esskastanien abschneiden.
  2. Danach mit einem scharfen Küchenmesser die Schale der Esskastanien kreuzförmig einschneiden. Dadurch platzen die Fruchthüllen der Kastanien bei der großen Hitze nicht auf und sie lassen sich am Ende leichter schälen

Erste Zubereitungsmöglichkeit: Esskastanien im Backofen rösten

  1. Gebt bei 175 Grad die Maronen auf einem Backblech in den Backofen. Zusätzlich gehört noch eine Schale mit Wasser in den Ofen, damit die Kastanien beim Rösten nicht austrocknen.
  2. Kontrolliert nach ca. 20 Minuten die Esskastanien im Ofen, ob sich die Stellen, an denen die Maronen eingeschnitten sind, deutlich geöffnet haben. Das ist das Zeichen, dass sie gar und damit fertig sind. Sollte das noch nicht der Fall sein, sollten die Maronen noch fünf bis zehn Minuten länger geröstet werden.
  3. Die fertigen Esskastanien aus dem Ofen nehmen und vorsichtig die Schale entfernen. Am besten funktioniert das, wenn sie noch recht warm sind. Aber Vorsicht: Finger nicht verbrennen!

Zweite Zubereitungsmöglichkeit: Esskastanien im Wasser kochen

Wenn ihr vorhabt, die edlen Kastanien zu Püree oder zu einer Suppe zu verarbeiten, ist diese Zubereitungsweise optimal.

  1. Die Esskastanien in leicht gesalzenes Wasser geben und für etwa 20 Minuten kochen. Sie sind dann fertig, wenn die Schale an den Einschnitten weit aufgeplatzt ist.
  2. Nun können sie aus dem Wasser genommen und geschält werden.

Dritte Zubereitungsmöglichkeit: Esskastanien in der Pfanne braten

  1. Die Kastanien werden ohne Öl direkt in die heiße Pfanne gegeben.
  2. Bei niedriger Hitze rösten und dabei die Pfanne regelmäßig schwenken.
  3. Auch hier wieder drauf warten, dass sich die Schale an den Einschnitten öffnet und die Maronen somit gar sind.

Vierte Zubereitungsmöglichkeit: Die Esskastanien zuerst kochen, dann rösten

Diese Zubereitungsweise ist von Vorteil, da die Esskastanien im gesalzenen Wasser das Salz aufnehmen können, was so allein im Backofen nicht möglich ist. Durch das Rösten im Ofen bekommen sie dann noch das zusätzliche Röstaroma dazu.

  1. Heizt den Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vor.
  2. Anschließend die Maronen ca. 15 Minuten lang in kochendes leicht gesalzenes Wasser geben. Dabei darauf achten, dass die Esskastanien vollständig mit Wasser bedeckt sind.
  3. Nun das Wasser abgießen und die edlen Kastanien auf ein Backblech geben und dort für weitere 15 Minuten im Ofen rösten.

Alleskönner-Tipps

Frische-Test
Um an die essbaren Fruchtkörper der Maronen zu gelangen, muss die Schale entfernt werden. Ärgerlich ist hier zumeist, wenn man die Kastanien schält und anschließend feststellen muss, dass diese bereits faulen. Um sich das unnötige Schälen bei betroffenen Maronen zu ersparen, könnt ihr einfach die Kastanien in eine Schüssel mit lauwarmem Wasser geben. Die von guter Qualität sinken hierbei auf den Boden. Hingegen schwimmen die schlechten Esskastanien an der Wasseroberfläche. Grundsätzlich gilt, die edlen Kastanien möglichst bald nach Erwerb zu verzehren bzw. sie nur wenige Tage im Kühlschrank zu lagern und dann zu essen.

Kastanien-Vorrat
Es gibt aber auch eine Variante Esskastanien bis zu sechs Monate haltbar zu machen. Hier müssen die Esskastanien mit eingeritzter Schale 20 Minuten gekocht werden. Nach dem sie abgekühlt sind, können sie dann portionsweise eingefroren werden. Somit haben Liebhaber*innen der Edelkastanien auch außerhalb der Herbst- und Wintersaison die Möglichkeit, die leckeren Früchte zu ihren Gerichten hinzuzugeben oder sie auch einfach so als leckeren Snack für zwischendurch zu essen.

Wir hoffen ihr habt Lust bekommen auch einmal dieses edle Lebensmittel zu probieren. Gebt uns gerne auf Instagram oder Facebook Bescheid, was für Gerichte ihr mit den edlen Kastanien als Zutat gezaubert habt.

Quellen: