Drei Lernmethoden für die nächste Prüfung

Wir geben zu: Lernen kann ein sehr lästiges Thema sein! Vor allem dann, wenn man sich andauernd durch dieselben langweiligen Themen und Zusammenfassungen kämpft und immer noch keinen Spaß am Lernen hat. Das lässt sich definitiv ändern.
Hier haben wir für dich drei Lernmethoden rausgesucht, mit denen du deine Lernstrategie etwas aufpeppen und Spaß am Lernen finden kannst.

Methode 1: Leitner-Algorithmus

Keine Angst, diese Lernmethode klingt nur nach Mathe, ist es aber nicht! Der Leitner-Algorithmus eignet sich am besten zum Lernen von Vokabeln, Begriffsdefinitionen und Themen, die leicht abzufragen sind.
Als Beispiel: Lange Mathegleichungen, die mit Rechenweg aufgeschrieben und ausgerechnet werden müssen, sind nicht geeignet, dafür aber die Frage wie eine bestimmte Matheformel aussieht.
Für diese Methode benötigst du nur ausreichend Karteikarten und 4 Fächer, in die die Karteikarten hineinpassen. Dafür könntest du zum Beispiel einen Schuhkarton benutzen und mit Papierstreifen vier Fächer einbauen.
Die Fragen kommen auf die Vorderseite der Karteikarten, die Antworten kannst du auf die Rückseite schreiben. Zu Beginn stellst du alle deine Karteikarten in das erste Fach.
Und so geht es:

Fach 1 – Diese Karten werden täglich wiederholt:
– Beantwortest du die Fragen richtig -> Karten gehen weiter in Fach 2.
– Beantwortest du die Fragen falsch -> Karten bleiben in Fach 1 und werden morgen wiederholt.

Fach 2 – Karten werden jeden zweiten Tag wiederholt:
– Beantwortest du die Fragen richtig -> Karten gehen weiter in Fach 3.
– Beantwortest du die Fragen falsch -> Lege die Karten zurück in Fach 1 und wiederhole sie morgen.

Fach 3: Karten werden einmal die Woche wiederholt:
– Beantwortest du die Fragen richtig -> Karten gehen weiter in Fach 4.
– Beantwortest du die Fragen falsch -> Lege die Karten zurück in Fach 1 und wiederhole sie morgen.

Fach 4: Karten werden alle zwei Wochen wiederholt:
– Beantwortest du die Fragen richtig -> Karten bleiben in Fach 4 -> Lerne diese Katen ab jetzt alle zwei Wochen.
– Beantwortest du die Fragen falsch -> Lege die Karte zurück in Fach 1 und wiederhole sie morgen.

Die regelmäßigen Wiederholungen helfen dir dabei, den Stoff nachhaltig in deinem Langzeitgedächtnis einzuspeichern, sodass es irgendwann ausreicht die Fragen nur noch alle zwei Wochen oder einmal im Monat zu wiederholen.
Solltest du merken, dass du trotz mehrfacher Wiederholungen Schwierigkeiten damit hast die Lösungen abzurufen, kannst du versuchen dir mit Eselsbrücken weiterzuhelfen und dir diese auf die Frageseite der Karteikarte zu notieren.
Eine bekannte Eselsbrücke ist beispielsweise “Nie ohne Seife waschen” für die Himmelsrichtungen Norden, Osten, Süden und Westen.

Methode 2: Mind-Map

Die Mindmap ist ein gern genutztes Tool im Unterricht und zählt zu den klassischen Strategien beim Lernen. Eine Mindmap eignet sich besonders gut, um vor allem komplexe Themen mit vielen Zusammenhängen übersichtlich darzustellen und zu visualisieren.

Vorbereitung:
Für die Erstellung einer Mindmap ist es am Anfang hilfreich mit einem kurzen Brainstorming zu dem Thema zu beginnen. Das heißt, du nimmst dir einen Zettel und Stift zur Hand und notierst dir erstmal alles, was dir spontan zu dem Thema einfällt.

Recherche:
Neben den spontanen Einfällen, bietet es sich auch ergänzend zu dem bereits vorhandenen Wissen in deinem Kopf noch weitere Informationen zu recherchieren. Nutze hierfür möglichst alle Angeboten, die dir von deinen Lehrkräften bereitgestellt oder empfohlen wurden.

Sortieren:
Anhand deiner Notizen kannst du jetzt Oberkategorien Als Beispiel für das Thema “Der Beruf Hauswirtschafter*in” könntest du als Oberkategorien für eine Mindmap folgende Begriffe festlegen: Aufgabenfelder, Einsatzbereiche, Weiterbildungs- und Studiums Möglichkeiten, usw.

Gerüst aufbauen:
Ob auf dem Papier oder am PC ist hierbei dir überlassen. Schreibe zunächst dein Thema auf deine Mindmap und ergänze dann deine Oberkategorien. Wie genau du deine Mindmap anordnest, kannst du frei entscheiden. Am besten bietet es sich bei einem umfangreichen Thema an, von der Mitte aus zu starten und die Oberbegriffe außen herum anzuordnen, da hierbei der Platz am besten genutzt werden kann.

Inhalt füllen:
Jetzt kannst du all deine Notizen zu den jeweiligen Oberkategorien zuordnen und diese miteinander verbinden. Achte hierbei auch auf Querverbindungen bzw. Zusammenhänge.

Hier haben wir für dich eine beispielhafte Mindmap, die du als Orientierung verwenden kannst:

Methode 3: Vortrag erstellen

Ja, es klingt nach Arbeit, ist aber sehr hilfreich. Oft wird uns empfohlen das Gelernte in einer Zusammenfassung aufzuschreiben und dann mehrfach zu lesen und zu wiederholen. Das kann für manche sehr hilfreich sein. Da es sich hierbei aber um reine Textarbeit handelt, kann diese Methode nicht jeden begeistern und oft in Langeweile enden. Anstatt einer Zusammenfassung in Textform kannst du einfach einen Vortrag erstellen. Das hat gleich mehrere Vorteile:

  • Du hast im Prinzip denselben Lerneffekt, da du genau wie bei einer Zusammenfassung den Lernstoff aktiv aufbereiten und wiederholen musst.

  • Du kannst mehrere Medien verwenden, wie zum Beispiel Word, PowerPoint, Excel, usw.

  • Anstatt nur reinen Text, kannst du noch Bilder, Tabellen, Zeichnungen und sogar Videos hinzuziehen.

  • Du kannst dich kreativ austoben.

Sobald du deinen Vortrag erstellt hast, präsentiere ihn am besten anderen, zum Beispiel deiner Familie. Wenn die anderen Personen verstanden haben, was du ihnen erklärt hast, kannst du dir sicher sein, dass du das Thema inzwischen gut beherrschst.
Falls du deinen Vortrag lieber für dich behalten willst, versuche ihn dir selbst laut vorzusprechen. Durch das Aussprechen merkst du am schnellsten, falls es an einer Stelle noch hakt und du etwas ausbessern musst. Der Grund weshalb diese Methode gut funktioniert ist folgender:

Wir lernen Informationen am effektiven in diesen drei Schritten:
Aufnehmen -> Verinnerlichen -> Veräußerlichen.

Die meisten lernen aber nur bis zum zweiten Schritt: „verinnerlichen“. Das Problem dabei ist, dass manche Sachverhalte nach dem Lernen im Kopf sehr logisch und einfach erscheinen (also, wenn sie verinnerlicht sind). Wenn man diesen Sachverhalt jetzt anderen erklären muss, zum Beispiel in der Prüfung, fällt es oft schwer die Gedanken im Kopf in die richtigen Worte zu fassen.
Aus dem Alltag kennst du das bestimmt von den Situationen, in denen du Englisch sprechen musst: Im Kopf weißt du wie bestimmte Begriffe ausgesprochen werden. Wenn du die Aussprache aber nie geübt hast (also veräußerlicht) wird es schwer fallen die richtige Aussprache beim Sprechen zu finden.
Beim Lernen ist es daher besonders wichtig das verinnerlichte Gelernte auch auszusprechen oder in einer anderen Form zu veräußerlichen!

Tipp: Wenn dir ein Vortrag zu aufwändig ist, kannst du auch nur den Teil mit dem laut aussprechen versuchen, also im Prinzip in einem Selbstgespräch das Gelernte/den Lernstoff durchgehen.

Allgemeine Tipps für Lernen

Abschließend haben wir hier noch ein paar allgemeine Tipps zum Thema Lernen, die dir hoffentlich auch im derzeitigen Homeschooling weiterhelfen:

Die beste Lernmethode überhaupt: Eine Kombination aus allem!
Probiere so viele verschiedene Methoden aus wie möglich und versuche für dich eine gute Kombination zu finden, damit das Lernen auch nicht quälend und langweilig, sondern interessant und spaßig wird! 

Lernen nach dem Paretoprinzip:
Das Paretoprinzip besagt, dass du mit einem Einsatz von 20% einen Gewinn von 80% erzielen kannst. Konkret: In kleinen Portionen öfters zu lernen, ist sehr viel effektiver als in einer Sitzung alles auf einmal zu lernen.

Nur auswendig lernen reicht meistens nicht aus:
Versuch so viel persönlichen Bezug zu dem Lernstoff aufzubauen, wie möglich. Denke dir zum Beispiel eigene konkrete Beispiele aus oder versuche manches mit einer Erinnerung zu verknüpfen!

War für dich etwas dabei, was du ausprobieren möchtest oder hast du schon deine perfekte Strategie gefunden? Dann teile dies gerne mit uns auf unseren Social-Media-Kanälen! Genug vom Thema lernen? Lass uns gerne auch wissen, welche Themen dich für unseren Blog noch interessieren!

Quellen