Der zukunftsweisende Trend: Unverpackt-Läden

Einkaufen gehen ohne Berge von Verpackungsmüll mit nach Hause zu nehmen, geht das überhaupt? Die Geschäfte sind voll mit Lebensmitteln, die in Plastik, Alu oder Kartons eingepackt sind. Diese Verpackungen sind nicht nur umweltschädlich, sondern oft noch schlecht für die Gesundheit, da Schadstoffe aus dem Verpackungsgut auf die Lebensmittel übergehen können. Es gibt natürlich die Möglichkeit auf Wochenmärkten einzukaufen, dort wird nicht nur Obst und Gemüse offen angeboten, sondern wir können Eier in mitgebrachten Eierkartons oder auch Wurst und Käse in mitgebrachten Behältern verstauen. Sogar der Coffee to go wird in unsere eigenen Becher gefüllt, wenn wir das wollen. Wie aber schaut es mit Cornflakes, Zucker, Nudeln oder Getränken ohne Kartons, Plastikhüllen oder Aludosen aus? Wo ihr Lebensmittel unverpackt bekommt und was ihr über die Unverpackt-Läden wissen solltet, das verraten wir euch hier.

Was ist ein Unverpackt-Laden?

Wie der Name schon verrät, in Unverpackt-Läden gibt es Lebensmittel, Haushaltsprodukte oder Kosmetikartikel ohne Verpackung. Schon das Erscheinungsbild solcher Läden unterscheidet sich wesentlich von herkömmlichen Supermärkten. Die angebotenen Produkte werden entweder offen und lose in Holzkisten, verschließbaren Behältern oder Säcken präsentiert. Schnell Verderbliches findet man in wiederverwendbaren Pfandbehältern, wie beispielsweise Quark und Joghurt. Flüssigwaren wie Öl und Essig aber auch Spülmittel oder Duschgel werden in Fässern oder Kanistern zum Abfüllen aufbewahrt. Trockene Lebensmittel findet man in verschließbaren Boxen oder Vorratsbehältern mit Spenderfunktion, sogenannte „Bulk Bins“. So lassen sich bequem nicht nur Kaffee, Salz oder Hülsenfrüchte abfüllen, sondern auch Waschmittel oder Badesalz. Jeder der dort einkauft bringt seine eigenen Behälter mit und füllt genau die Menge ab, die er benötigt. Das Leergut wird gewogen, die Käufer befüllen es selbst und an der Kasse wird abschließend von der befüllten Menge das Leergut abgezogen und bezahlt. Hat man einen Behälter zu wenig oder ganz vergessen, kann man diese im Laden käuflich erwerben oder ausleihen.

Warum Unverpackt-Läden?

Der Gedanke dahinter ist in erster Linie, den Verpackungsmüll zu reduzieren und dabei vor allem den Plastikmüll. Nicht nur wertvolle Ressourcen werden verbraucht auch ein enormer Energieaufwand ist nötig für die Herstellung von Plastikverpackungen, die nach dem Einkauf sofort im Müll landen. Aber nicht nur Müllvermeidung ist ein Grundgedanke des Unverpackt-Konzepts sondern auch die Lebensmittelverschwendung. Uns bietet sich nur die Möglichkeit abgepackte Lebensmittel in den verfügbaren Größen zu kaufen, aber oft würde auch weniger Inhalt reichen. Nicht selten verderben dadurch Lebensmittel und wir schmeißen sie weg. In Unverpackt-Läden bringt man für alles die eigenen Behälter mit und füllt genau die Menge ab, die benötigt wird. Ein weiterer Aspekt ist das Sortiment der Lebensmittel, in der Regel werden frische Lebensmittel saisonal und regional, in Bio-Qualität angeboten. Auch bei Haushaltsartikeln und Pflegeprodukten wird darauf geachtet, dass sie umweltfreundlich (biologisch abbaubar) und ihre Inhaltsstoffe ohne chemische Zusätze sind.

Was brauch ich für den Einkauf im Unverpackt-Laden:

Bevor ihr dort einkaufen geht solltet ihr euch genau überlegen was ihr benötigt. Eine Einkaufsliste ist dabei vorteilhaft, da die verschiedenen Lebensmittel oder Haushaltsprodukte unterschiedliche Behältnisse erfordern. Während ihr Flüssigkeiten am Besten in verschraubbare Gläser abfüllt, könnt ihr beispielsweise Nüsse, Nudeln, Reis oder Trockenfrüchte in Stoffsäckchen mitnehmen. Für Feinkörniges wie Mehl oder Zucker eignen sich verschließbare Dosen oder Gläser. Obst und Gemüse lassen sich gut in Netze verstauen und Wachstücher sind geeignet für Butter und Käse.

Alleskönner-Tipp:

  • Es lohnt sich vor dem Einkauf einen Blick auf das Warensortiment des Ladens (online) zu werfen, damit ihr sicher seid ob ihr dort alles bekommt was ihr benötigt.
  • Sinnvoll ist es manche Behälter schon vorher zu beschriften, damit ihr später den Inhalt nicht verwechselt wie das zum Beispiel bei Backpulver und Natron passieren kann.

Wo gibt es Unverpackt-Läden in Berlin?

Mittlerweile gibt es laut unverpackt.e.V. mehr als 190 Unverpackt-Geschäfte in Deutschland, davon 16 in Berlin und Umland. Damit ihr euch ein Bild machen könnt wo ihr unverpackt einkaufen könnt, haben wir euch alle 16 Unverpackt-Läden aufgelistet. Auf der Karte könnt ihr entnehmen wo sich die Geschäfte befinden. Falls euch der Weg zu weit ist, bieten die Läden oft einen Lieferservice an

  1. Fair Unverpackt, Charlottenburg-Wilmersdorf
  2. SIRPLUS Rettermarkt, Steglitz
  3. Die Erbsenzählerei, Tempelhof-Schöneberg
  4. DER SACHE WEGEN, Berlin Prenzlauer Berg
  5. Mein Markt, Berlin Friedrichshain
  6. SIRPLUS Rettermarkt, Berlin Friedrichshain
  7. Original Unverpackt UG, Berlin Kreuzberg
  8. Biosphäre, Berlin Neuköln
  9. Herbie Unverpackt, Berlin Neuköln
  10. Pogo Veganladen-Kollektiv, Berlin Neuköln
  11. unverpackt berlin, Friedrichshagen
  12. Fermenthaus, Berlin Hellersdorf
  13. Basics Unverpackt, Kleinmachnow
  14. fairverpackt – unverpackt einkaufen, Potsdam
  15. maßVoll – einkaufen unverpackt, Potsdam
  16. Maiko der Unverpacktladen, Falkensee

Quellen